https://www.hsbi.de/publikationsserver 2000-01-01T00:00+00:00 1 daily „In dem Augenblick ist es ein Zwei-Mann-Team, was diese eine Person betreut“ https://www.hsbi.de/publikationsserver/record/7026 Lammers, Klara 2026 Ansätze von Peer-Unterstützung sind häufig von einem Zusammenwirken zwischen Peer-Unterstützer*innen und Fachkräften ohne eigene Betroffenheit gekennzeichnet, wodurch unterschiedliche Formen von Wissensbeständen und Perspektiven aufeinandertreffen und im praktischen Unterstützungshandeln ausgehandelt werden müssen. Der vorliegende Beitrag nimmt dieses Phänomen aus einer qualitativ-empirischen Perspektive anhand eines konkreten Ansatzes in den Blick und rekonstruiert auf Basis von Einzelinterviews und Gruppendiskussionen mit Peer-Unterstützer*innen das Verhältnis zu Fachkräften der Sozialen Arbeit. Im Zuge des iterativ-zirkulären Forschungsprozesses konnte ein ambivalentes Verhältnis einer Minimierung von Grenzen zwischen den beiden Akteur*innengruppen auf der einen Seite und unterschiedlichen Formen der Grenzziehung auf der anderen Seite identifiziert werden. Einem Verständnis als gemeinsame Unterstützer*innengruppe stehen Praktiken der Profilierung der jeweiligen Gruppe gegenüber – beispielsweise im Sinne einer unterschiedlichen Anerkennung von Wissensbeständen, einer Legitimierung der eigenen Funktion innerhalb der Organisation oder durch wahrgenommene Konkurrenzverhältnisse zwischen Peer-Unterstützer*innen und Fachkräften. Aus theoretischer Perspektive von Multiprofessionalität und dem Verhältnis von Ehrenamt und Sozialer Arbeit kann das aufgefundene Spektrum als Ausdruck eines Spannungsfeldes zwischen der Herstellung von Differenz und Profilierung der eigenen, spezifischen Wissensbasis („boundary work“) auf der einen Seite und dem Bestreben nach Zugehörigkeit und einem gemeinsamen Teamverständnis zwischen den beiden Akteur*innengruppen auf der anderen Seite betrachtet werden. Dabei zeigen sich Machtdynamiken, die durch die Spezifik von Peer-Unterstützung und einer ehrenamtlichen Ausgestaltung verstärkt werden. Peer support approaches often involve collaboration between individuals offering peer support and professionals who are not personally affected, whereby various perspectives and levels of knowledge are encountered and must be resolved to provide practical support. In this article, this interplay is examined using a qualitative–empirical perspective based on a concrete approach and reconstructs their relationship with social work professionals based on individual interviews and group discussions with peer supporters. From the iterative research process, an ambivalent relationship was identified between the two groups regarding the drawing of boundaries. A relationship as a shared support group is contrasted by the practices that highlight their different roles, e.g., differences in types of knowledge, the legitimization of one’s own role within the organization, and how competition between peer supporters and professionals is perceived. From the theoretical perspective of multiprofessionalism and the relationship between volunteer work and social work, this can be understood, on the one hand, as an expression of the complex interplay between their differences and their own knowledge base (boundary work), and, on the other hand, the striving for belonging and a shared understanding of teamwork between the two groups. This reveals power dynamics that are intensified through the specific nature of peer support and its voluntary character. https://www.hsbi.de/publikationsserver/record/7026 https://www.hsbi.de/publikationsserver/download/7026/7027 deu Springer Science and Business Media LLC info:eu-repo/semantics/altIdentifier/doi/10.1007/s12592-026-00587-6 info:eu-repo/semantics/altIdentifier/issn/1867-0180 info:eu-repo/semantics/altIdentifier/issn/1867-0199 info:eu-repo/semantics/openAccess Lammers K. „In dem Augenblick ist es ein Zwei-Mann-Team, was diese eine Person betreut“. <i>Soziale Passagen</i>. 2026. doi:<a href="https://doi.org/10.1007/s12592-026-00587-6">10.1007/s12592-026-00587-6</a> „In dem Augenblick ist es ein Zwei-Mann-Team, was diese eine Person betreut“ Eine qualitative Studie zum Verhältnis von ehrenamtlichen Peer-Unterstützer*innen und Fachkräften der Sozialen Arbeit info:eu-repo/semantics/article doc-type:article text http://purl.org/coar/resource_type/c_6501