„Aktivrente für alle? – Geschlechter(un)gerechtigkeit in der politischen Vision vom längeren Arbeiten“ (AFA)

Aktivrente, Gender Pension Gap, Erwerbstätigkeit im Alter, Geschlechtergerechtigkeit, Rentenpolitik, Frauen und Alterssicherung, Erwerbsbiografien, längeres Arbeiten 

Hochschule Bielefeld   
Fachbereich Sozialwesen
Interaktion 1
33619 Bielefeld

Laufzeit

01.10.2025 - 30.06.2026

Projektförderung

HSBI - Hochschulinterner Forschungsfonds im Rahmen der frauen- und geschlechterbezogenen Forschung 2025

Kurzbeschreibung

Die politische Idee einer „Aktivrente“ zielt darauf ab, die Erwerbsbeteiligung älterer Menschen zu verlängern – etwa durch steuerfreie Hinzuverdienste. Sie wird vor allem mit der Entlastung des Arbeitsmarktes und der Fachkräftesicherung begründet. Wenig beachtet wird jedoch, dass Frauen im Rentenalter oft in besonders prekären Lebenslagen stehen: Sie verfügen über geringere Rentenansprüche, unterbrochene Erwerbsbiografien und sind häufiger gesundheitlich oder familiär belastet.

Das Forschungsprojekt Aktivrente für alle (AFA) untersucht, ob die politische Vision einer Aktivrente tatsächlich auch für Frauen realistisch und gerecht ist. Im Mittelpunkt stehen die Fragen: Unter welchen Bedingungen würden Frauen freiwillig länger arbeiten? Welche strukturellen Ungleichheiten wirken dabei fort? Und wie können geschlechtsspezifische Bedürfnisse in der Debatte berücksichtigt werden?

Methodisch verbindet das Projekt quantitative Analysen des Mikrozensus mit qualitativen Interviews von erwerbstätigen Rentnerinnen. So werden sowohl statistische Trends als auch individuelle Erfahrungen sichtbar gemacht.

Die Ergebnisse tragen dazu bei, Chancen und Hürden einer geschlechtergerechten Gestaltung der Aktivrente aufzuzeigen. Damit leistet das Projekt einen Beitrag zu einer inklusiven Rentenpolitik, die unterschiedliche Lebensrealitäten anerkennt und Handlungsempfehlungen für Wissenschaft, Politik und Gesellschaft bereitstellt.