Nach längerer schwerer Krankheit verstarb am 12. November 2025 Prof. Dr.-Ing. Klaus Dürkopp im Alter von nur 62 Jahren. Der tragische Verlust hat bei Kolleg:innen und Studierenden an der Hochschule Bielefeld (HSBI) große Trauer und unendliches Mitgefühl mit den Angehörigen ausgelöst. „Klaus ist viel zu früh von uns gegangen“, sagt Prof. Dr.-Ing. Rolf Naumann, Dekan des Fachbereichs Ingenieurwissenschaft und Mathematik. „Er war ein Kollege, auf den man sich immer verlassen konnte und der die Arbeit mit den Studierenden liebte. Mit ihm haben wir alle am Fachbereich bis zuletzt gehofft, dass er seine Lehrtätigkeit noch einmal wieder aufnehmen würde. Umso bestürzter und trauriger sind wir nun, dass wir endgültig Abschied nehmen müssen von diesem verdienten Kollegen.“
Der Region Ostwestfalen eng verbunden, berufliche Stationen an der Uni Paderborn und bei Hella
Geboren 1963 in Rietberg, war Klaus Dürkopp Zeit Lebens der Region Ostwestfalen eng verbunden. 2011 wurde er an die HSBI berufen, damals noch FH Bielefeld. Hier übernahm er das Lehrgebiet Konstruktion, Maschinenelemente und Projektmanagement. Er kam vom Automobilzulieferer Hella KGaA Hueck & Co aus Lippstadt (heute: Forvia), wo er zunächst die Vorentwicklung im Geschäftsbereich Elektronik für Komponenten aufbaute, in dem Sensoren, Aktuatoren und Pumpen produziert werden. Im Anschluss übernahm er, ebenfalls bei Hella, die Verantwortung für die lichttechnische Vorentwicklung und kümmerte sich um die Zusammenarbeit des Unternehmens mit der Universität Paderborn und dem Institut für Lichttechnik und Mechatronik (L-Lab) an der Hochschule Hamm-Lippstadt. „Während dieser Zeit lag mir besonders die Vorentwicklung und das Thema Innovation am Herzen“, schrieb Dürkopp nach seiner Berufung zum Professor an seine Kolleg:innen. Er freue sich auf die Arbeit als Forscher und Hochschullehrer, hieß es weiter in der Mail von damals, ließ sie ihn doch anknüpften an seine eigene hochschulische Tätigkeit.
Vor seiner beruflichen Laufbahn hatte Dürkopp Konstruktionstechnik im Fachbereich Maschinenbau an der Universität Paderborn studiert, damals noch Gesamthochschule. Aufgrund seiner großen, schon früh erkennbaren Leistungsfähigkeit wurde er als wissenschaftlicher Mitarbeiter übernommen und etwas später als wissenschaftlicher Assistent am Laboratorium für Konstruktionslehre engagiert. Promoviert wurde Klaus Dürkopp mit einer Doktorarbeit zum Thema Reibung in Klemmrollenfreiläufen.
Dem Nachwuchs fachliches Know-how, kommunikative und kollaborative Fähigkeiten mitgeben
In der Lehre an der HSBI war es ihm stets ein großes Anliegen, den Nachwuchs nicht nur fachlich auszubilden, sondern auch seine kommunikativen und kollaborativen Fähigkeiten zu schulen, die vielfach eine Voraussetzung sind für den beruflichen Erfolg in den ingenieurwissenschaftlichen Disziplinen. Über viele Jahre war er Studiengangsleiter für den Bachelorstudiengang Mechatronik und lehrte sowohl am Campus Bielefeld als auch immer wieder am Campus Gütersloh. Unvergessen sind die von ihm veranstalteten „Race Days“ in der Magistrale des HSBI-Hauptgebäudes, bei denen seine Studierenden mit kleinen selbstentwickelten Elektroautos um die Wette fuhren – ein Angebot, das noch im vergangenen Jahr großen Anklang auch bei externen Besuchern auf dem Tag der offenen Tür fand.
Klaus Dürkopp war sowohl im Berufs- als auch im Privatleben ein sehr verantwortungsbewusster Mensch, weshalb es ihm wichtig war, für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf einzustehen. Es ist zu wesentlichen Teilen seinem Engagement zu verdanken, dass HSBI-Beschäftigte mittlerweile die Möglichkeit haben, ein Sabbatical zu machen. Die Hochschule wird sein Andenken in Ehren halten. (lk)