Entwicklung einer aktiven & messenden Vertikalbegrünung zur energieeffizienten Gebäudekühlung und Luftqualitätsverbesserung - ActiveGreen (AGreen)
Vertical Gardening, Luftqualität, Urban Gardening, Living Walls, Nachhaltigkeit, Luftverunreinigung, Gebäudekühlung
Hochschule Bielefeld Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik Interaktion 1 33619 Bielefeld
Projektbeteiligung
GEFÄSSERIE Inh. Heike Schneider
Laufzeit
01.07.2024 - 31.10.2026
Projektförderung
ZIM FuE-Kooperationsprojekt
Kurzbeschreibung
Im Projekt "ActiveGreen" sollen neue Methoden entwickelt werden, um den Einfluss verschiedener Pflanzen auf die Luftqualitätsparameter Temperatur, Luftfeuchtigkeit und CO2-Gehalt messen zu können. Diese Methoden sollen als Richtlinien dienen, um beispielsweise bei Neubauten die Begrünung mit Pflanzen in die Gebäudeplanung zu integrieren. Ebenso soll für Nachrüstungsprojekte, in denen nachträglich eine Begrünung mit Pflanzen durchgeführt wird, ein aktiver Pflanzenkasten entwickelt werden. Dieser interagiert mittels kostengünstiger Sensoren autonom mit den Pflanzenzuständen (Bewässerung, Belüftung der Wurzeln, Befeuchtung der Blätter, Düngung) und passt sie an die gewünschten Raumklimabedingungen an.
Dafür sollen zunächst eigenständige Testumgebungen entwickelt werden, um den Einfluss jeder Pflanze auf die Umgebungsparameter genau zu erfassen. Anschließend soll eine standardisierte Active-Living-Wall (ALW) sowohl für den Innen- als auch für den Außenbereich entstehen, die in jedes Gebäude integriert werden kann. Die ALW wird entsprechend den Gegebenheiten des jeweiligen Gebäudes dimensioniert und mit den erforderlichen Pflanzen ausgestattet. Auf diese Weise lassen sich die Umgebungsparameter so anpassen, dass durch die ALW eine hohe Luftqualität in den Räumen oder Gebäuden erzielt wird. Des Weiteren wird die Wechselwirkung mit dem Gebäude gemessen.
Das Ziel dieser standardisierten ALW ist nicht nur die Anpassung der Luftqualität, sondern langfristig auch die Verbesserung der Energiebilanz des Gebäudes. Daher sind Implementierungen in Gebäuden sinnvoll, in denen Klimaanlagen im Sommer nicht den gewünschten Effekt erzielen oder in denen die Luftfeuchtigkeit nicht mehr angepasst werden kann. Die ALW kann durch den kontinuierlichen Luftaustauschprozess bei geringem Stromverbrauch einen gewünschten Effekt erzielen (erste Publikationen zeigten Temperatursenkungen von bis zu 4 °C an der Wand). Diese Effekte sollen mithilfe der entwickelten Methoden im Projekt gesteigert und messbar werden, sodass sie nicht nur an der Wand selbst, sondern im gesamten Raum auftreten. Die ALW trägt somit zur Entlastung von Klimasystemen bei und verringert insgesamt den Stromverbrauch von Gebäuden im Sommer.