ICN-Kongress in Helsinki: „NURSING POWER to Change the World“
Vom 9.-13. Juni 2025 kamen mehr als 7.000 Pflegefachpersonen aus aller Welt in der finnischen Hauptstadt Helsinki zusammen, um am Kongress des International Council of Nurses (Weltbund der Pflegenden) teilzunehmen, darunter auch Prof. Dr. Änne-Dörte Latteck und Prof. Dr. Christa Büker sowie die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen M.Sc. Annika Gröndahl und M.A. Kristina Seidler-Rolf vom Fachbereich Gesundheit der Hochschule Bielefeld. ICN-Kongress Helsinki: (v.l.) Prof. Dr. Christa Büker, Prof. Dr. Änne-Dörte Latteck, Annika Gröndahl M.Sc. und Kristina Seidler-Rolf M.A.
Der Internationale Weltbund der Pflegefachpersonen (International Council of Nurses, ICN) ist ein Zusammenschluss von über 130 nationalen Pflegeverbänden und vertritt weltweit 30 Millionen Pflegefachpersonen. Der 1899 gegründete ICN versteht sich als die globale Stimme der Pflege und gilt als weltweit wichtigste und einflussreichste internationale Organisation für professionell Pflegende. Alle zwei Jahre organisiert der ICN jeweils an einem anderen Ort einen fünftägigen Kongress mit einem umfangreichen Programm aus Symposien, parallelen Vortragsveranstaltungen, Workshops und Posterpräsentationen, so auch in diesem Jahr.
Eröffnet wurde der Kongress durch den Chief Executive Officer des ICN, Howard Cotton, die Präsidentin des ICN Dr. Pamela F. Cipriano, sowie die Präsidentin des finnischen Pflegeverbands, Dr. Heljä Lundgrèn-Laine. In ihrer Ansprache verwies Pamela Cipriano auf das Motto des Kongresses „Nursing power to change the world“, indem sie angesichts weltweiter Krisen und Veränderungen die zentrale Bedeutung von Pflege in der Verwirklichung einer universellen, sozial gerechten Gesundheitsversorgung betonte. Höhepunkt der Eröffnungsveranstaltung war der Einzug der Vertreterinnen und Vertreter der Pflegeverbände aller Nationen, häufig in traditioneller Kleidung, die mit Begeisterung von ihren anwesenden Landsleuten empfangen wurden. Aber auch ein stiller Moment des Gedenkens wurde eingelegt, indem Pamela Cipriano und Howard Catton an die vielen Pflegenden erinnerten, die in Kriegen, Krisen und Katastrophen bei der Sorge um andere Menschen ihr Leben verloren haben.
Im weiteren Verlauf der Woche präsentierte Annika Gröndahl in ihrem Vortrag „Case management and care expertise as a prevention approach for adults with intellectual disabilites: results of a randomized-controlled trial“ vor mehr als 300 interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern Ergebnisse aus dem InBVG-Projekt „Fallmanagement und Pflegeexpertise als Präventionsansatz für erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung (FaPP-MgB)“.
Aus dem Projekt „Nachhaltiges Handeln in der pflegeberuflichen Bildung: Curriculare Integration von Planetary Health und digitaler Kompetenz (Naht)“ stellte Kristina Seidler-Rolf das ePoster „Train the Trainer for Planetary Health“ und Prof. Dr. Christa Büker und Prof. Dr. Änne-Dörte Latteck aus dem Projekt „Green Guide for Nursing (GG-Nurse)“ das ePoster „From Knowledge to Action: Enhancing Planetary Health Literacy through the Green Guide of Nursing“ vor.
Einen Höhepunkt des Kongresses bildete die Vorstellung der vom ICN in einem einjährigen Prozess entwickelten, neuen Definition von „Nursing“ und „Nurse“. Ziel der Überarbeitung war es, ein modernes, international anschlussfähiges und professionsgeleitetes Verständnis von Pflege zu etablieren. Vom ICN wird die Erneuerung als globaler Meilenstein für die professionelle Identität von Pflegenden betrachtet „The new definition is a declaration – a global compass that reclaims and renews the essence and potential of nursing. Grounded in disciplinary knowledge, ethical standards, and human connection, it affirms nursing as a science-based, people-centred, and socially just profession“ (ICN 11.06.2025, https://www.icn.ch/news/icns-new-definition-nurse-and-nursing-global-milestone-professional-identity). Von den anwesenden Pflegefachpersonen wurde die Vorstellung der neuen Definition mit Begeisterung und Standing Ovations aufgenommen.