Hubertus Lübbesmeier (Laboringenieur): „Durch die gelungene Integration unserer Drehmaschine aus den 80er-Jahren in die ‚Digitale Fabrik‘ steigen Bedienungskomfort und Einsatzpotential der Drehmaschine enorm.“
Die noch gut funktionierende Drehmaschine in der Lehrfabrik Campus Minden (LFCM) ist bereits aus Anfang der 80er-Jahre. Sie verfügt sogar schon über ein Direct Numerical Control (DNC) System, auf dem NC-Programme zur Steuerung der Maschinen entwickelt und simuliert werden können. Der hierfür verwendete noch auf dem historischen DOS-Betriebssystem basierte Rechner ist technologisch lange ausgelaufen, so dass die Lösung in die IT-Landschaft der LFCM nicht integrierbar und in nächster Zeit wegen ‚Altersschwäche‘ nicht mehr verfügbar sein würde.
Ein Maschinenbauer-Elek
trotechniker-Duo mit entsprechenden Vorkenntnissen stieg ganz tief in die IT ein und schuf gleich zwei Lösungen:
In einer ‚kostengünstigen Lösung‘ wird, läuft das Alt-DNC-System via ‚Emulation‘ auf einem modernen Windows10-Rechner und ist mit der sehr alten Drehmaschinen-Steuerung via einer Art ‚virtuellen Maschine‘ gekoppelt.
Darauf aufbauend konnte das o.g. neue CAM-System auch für die Legacy Drehmaschine mittels eines spezifisch entwickelten Postprozessors voll nutzbar gemacht werden, so dass eine zweite ‚State-of-the-Art‘-Lösung im Sinne der o.g. „Digitaler Fabrik“ bzw. „Industrie 4.0“ geschaffen wurde. (siehe Teilprojekt Digitalisierung LFCM)
Bereits die ‚kostengünstige‘ Lösung ermöglicht eine komplette Rechnerintegration in die LFCM (inkl. Fern-Zugriff von anderen Rechnern) und eine deutlich komfortablere Bedienung (u.a. Schnelligkeit, Druck-Optionen). Mit der Anbindung an das CAM-System lassen sich jetzt effizient beliebig komplexe Drehteile herstellen, so dass das Einsatzpotential deutlich steigt. Damit könnte diese clevere, sehr kostengünstige Lösung auch für den Standort Bielefeld und viele Industrieunternehmen mit ähnlichen Problemen interessant sein.