Bielefeld (fhb). Auslandserfahrung, Sprachkenntnisse, gute Studienabschlüsse, Teamfähigkeit – die Ansprüche an künftige Fach- und Führungskräfte sind hoch. Zwei Studierende der Fachhochschule Bielefeld sind dafür jetzt besser gewappnet. Sie erhielten gestern den Peter Gläsel Preis, der ihnen einen Studien- oder Arbeitsaufenthalt im Ausland ermöglicht.
Anna Maznev (24) und Hannes Unterspann (23) nahmen den Preis, jeweils dotiert mit 2.500 Euro, aus den Händen von Inge Gläsel, der Vorsitzenden der Detmolder Peter Gläsel Stiftung, und Stiftungs-Geschäftsführer Stefan Wolf entgegen. Im Rahmen der Feierstunde im Audimax der FH an der Wilhelm-Bertelsmann-Straße erhielten auch sechs weitere Studierende anderer ostwestfälisch-lippischer Hochschulen die Auszeichnung. Der Peter Gläsel Preis ist mit insgesamt 20.000 Euro dotiert.
Ausgezeichnet werden junge Frauen und Männer, die in den Wirtschafts- oder Ingenieurswissenschaften außergewöhnlich gute Leistungen in den ersten drei Semestern gezeigt haben. Auch gesellschaftliches Engagement innerhalb und außerhalb der Hochschule fließt in die Würdigung ein. Das Preisgeld dient der weiteren Ausbildung der jungen Studierenden. Inge Gläsel: „In bis zu sechs Monaten sollen unsere Preisträger in Ländern ihrer Wahl Sprachkompetenz und weitere Fachkompetenz erwerben. Genauso wichtig sind der Stiftung aber auch die Persönlichkeitsbildung und der Kontakt mit anderen Kulturen.“
Maznev und Unterspann beeindruckten die Jury, weil sie schon jetzt eine international ausgerichtete Bildungsbiographie vorweisen. Die Bielefelderin Anna Maznev, in Omsk (Russland) geboren, studiert Betriebswirtschaftslehre und hat ein Semester an der ESC St. Etienne studiert. Ihre Studienschwerpunkte sind Marketing, Personal und Organisation. Sie beherrscht neben Deutsch vier weitere Sprachen. Mit dem Peter Gläsel Preis plant sie nun ein Auslandssemester in Dubai, Singapur, Malaysia, Russland oder einem französischsprachigen Staat.
Prof. Dr. Riza Öztürk, Wirtschaftswissenschaftler an der FH Bielefeld, hob in seiner Laudatio hervor, dass sich Anna Maznew über das rein Fachliche hinaus durch ihr Engagement in Politik und Gesellschaft auszeichne, etwa in Projekten wie „Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage“. Sie habe aktiv an Veranstaltungen mitgewirkt, die von Altenheimen, Kindergärten und Kirchen initiiert wurden. Öztürk: „Die Übernahme von Verantwortung in der Gesellschaft ist ihr sehr wichtig.“
Hannes Unterspann studiert Projektmanagement Bau und hat bei Praktika in der Slowakei und in Bangladesch Auslandserfahrung gesammelt. Das Programm „Work & Travel“ führte den gebürtigen Mindener nach Australien. Den Peter Gläsel Preis will er nutzen, um bei einer Siemens-Tochter in Indonesien für ein Energie-Projekt zu arbeiten.
Prof. Jürgen Ziegenmeyer vom Fachbereich Architektur und Bauingenieurwesen hatte die Bewerbung des Studenten gegenüber der Stiftung „nachdrücklich unterstützt“. Ziegenmeyer über den jungen Mann, der als seine Hobbys Kampfsport, Laufen, Schwimmen und Reisen angibt: „Engagiert, zielstrebig und mit sehr guten Leistungen im Studium.“
Unterspann hat auf seinen zahlreichen Auslandsreisen das Thema „erneuerbare Energien“ für sich entdeckt. Deshalb sein Wunsch, ein Praktikum in Indonesien anzutreten, um dort den Einsatz alternativer Energiekonzepte vor dem Hintergrund eines wachsenden Energiebedarfs kennenzulernen.
Der Peter Gläsel Preis erinnert an den Detmolder Unternehmer, der die Weidmüller-Gruppe zu einem der weltweit führenden Unternehmen der elektronischen Verbindungstechnik ausgebaut hat. Die Auszeichnung ist seit 1986 an mehr als 150 Studierende aus Ostwestfalen-Lippe vergeben worden.