Zwei Absolventinnen des Fachbereichs Gestaltung erhielten bei der Modenschau „30 Seconds of Fame“ die Auszeichnung. Zudem prämierte die Fachhochschulgesellschaft drei Semesterarbeiten. Die Fachhochschulgesellschaft und Modedesignerin Annette Görtz stifteten jeweils einen weiteren Preis.
Im Rahmen der Modenschau "30 Seconds of Fame" der Fachhochschule (FH) Bielefeld wurde diese Woche der 3. Bielefelder Modepreis für Jungdesigner an zwei Absolventinnen des Fachbereichs Gestaltung verliehen. Zudem wollte die Fachhochschulgesellschaft der Freunde und Förderer der FH Bielefeld die beste Semesterarbeit mit einem Preis auszeichnen. Doch auf Grund des hohen Niveaus der Kollektionen entschieden sich die Sponsoren spontan, gleich drei Studierende für ihre Semesterarbeit zu ehren. Die Fachhochschulgesellschaft und Modedesignerin Annette Görtz stifteten jeweils einen weiteren Preis in Höhe von 500 Euro.
Für die beste künstlerische Arbeit wurde Bachelor-Absolventin Daniela Macuh mit dem Bielefelder Modepreis für Jungdesigner ausgezeichnet. Mit ihrer Kollektion "Eisenhans", die von Professor Kai Dünhölter und Johannes Assig betreut wurde, präsentierte sie ein neues Männlichkeitsbild. Stereotypische Vorstellungen werden entschärft, ohne dabei in Verweichlichung umzuschlagen. So trägt der Mann von Heute nach Macuhs Vorstellungen eine Handtasche im XXL-Format und Strumpfhalter. Zudem erfährt der Overall bei ihr ein Comeback. So fertigte Macuh aus dem klassischen Dreiteiler, bestehend aus Anzughose, Hemd und Weste, einfach ein einziges Outfit. Die Auszeichnung mit dem Bielefelder Modepreis für Jungdesigner, der mit 1000 Euro dotiert ist, kommt für Macuh genau zur richtigen Zeit: "Ich habe für meine Abschlussarbeit viel Geld ausgegeben, da wir Stoffe und das ganze Nähzeug selbst kaufen müssen. Um mich wegen des Geldes nicht verrückt zu machen, habe ich erst einmal nur die Kassenbons gesammelt aber die werde ich jetzt in den nächsten Tagen mit einem leichteren Gefühl zusammenrechnen."
Ebenfalls beeindruckt war die Jury von Theresa Stockebrand, die für ihre Diplom-Kollektion "Newton Knows" den Preis für die beste modische Arbeit erhielt. Dominantes Gestaltungselement der Arbeit, die durch Professor Kai Dünhölter und Simone Plate betreut wurde, ist das Prisma und der Kristall. Blickfang sind die symmetrischen Schnittformen und die großflächigen Muster auf den Outfits, die Lichtbrechungen gleichen. Über den Bielefelder Modepreis für Jungdesigner freut sich Stockebrand sehr: "Es ist eine große Ehre und ich hätte nie damit gerechnet, dass ich diesen Preis erhalte." Nach der Modenschau geht für die Modestudentin und ihre Kommilitonen der Stress weiter. "Die Kollektionsbücher müssen fertiggestellt werden, da die Ausstellung der Abschlussarbeiten immer näher rückt. Da liegt noch ein großes Stück Arbeit vor uns", erzählt Stockebrand.
Einen mit je 500 Euro dotierten Preis für die beste Semesterarbeit erhielten Leonie Barth und Serhat Isik vom Projekt "Stilmode" sowie Lili Gabinashvili, die dem Projekt "Kleid/Architektur/Kleid" ihre Kreationen beisteuerte. Betreut wurden die Studierenden von Professorin Willemina Hoenderken und Professor Kai Dünhölter. Die Inspirationsquelle für Leonie Barths Kollektion "Einschnitt" war das Bauhaus in Weimar. Falten und Schlitze verleihen ihren Outfits in der Bewegung Dreidimensionalität. Völlig unabhängig vom menschlichen Körper gestaltete Serhat Isik zunächst die Entwürfe für seine Kollektion "Der Existentialismus und die Existentialisten". Er entwarf Prismen und nähte sie zu Hemden und Tuniken zusammen. Doch erst der menschliche Körper gibt den Kreationen ihre Form. Eine ungewöhnliche Kollektion stellte auch Lili Gabinashvili mit "Frei Otto" vor. Sie schickte zwei Models mit einem Zelt auf die Bühne, die dieses dann vor dem Publikum zerlegten. Die variable Einsatzfähigkeit der Zeltplane erstaunte das Publikum, denn am Ende der Präsentation waren die Models in schicke Regenponchos gekleidet und trugen dazu Kapuzen im Helm-Look.