28.05.2015

An das Micro, fertig, los!

Erster FH-Poetry Slam am Fachbereich Sozialwesen

Bielefeld (fhb). Der Poetry Slam oder zu Deutsch "Dichterschlacht" erfreut sich seit einigen Jahren einer immer größeren Beliebtheit beim Publikum. Da will auch die Fachhochschule (FH) Bielefeld nicht fehlen. Im Wintersemester konnten Studierende des Fachbereichs Sozialwesen das Seminar "Jonglieren mit der Sprache - Poetry Slam an der FH Bielefeld" bei Professorin Yüksel Ekinci-Kocks besuchen. Nun wurden die Ergebnisse präsentiert.

"Wer von den Studierenden wollte, kann heute seine Texte vor Publikum präsentieren", sagte Ekinci-Kocks. Thomas Neufeld, Rebecca Wollbrink, Sophia Stemmer, Philipp Stubbe und Sarah Puhe waren so mutig. Dabei ging es um Zivilcourage und Integration, aber auch um so persönliche Dinge wie Unsicherheit, Arbeitslosigkeit, Behinderung oder Sexualität. "Bevor geschrieben werden konnte, haben wir die Texte zunächst theoretisch erarbeitet", erklärte Ekinci-Kocks. Hierfür hatte sie Unterstützung durch Minu Hedayati-Aliabadi von der Technischen Universität Dortmund, die über Poetry Slams promoviert. "Ich wollte den Studierenden zeigen, wie sie später im Berufsleben Jugendlichen Schrift- und Sprachkultur vermitteln können", sagte Ekinci-Kocks. Dabei war das Seminar nicht nur für Studierende, sondern auch für Absolventen im Anerkennungsjahr geöffnet.

Und die Umsetzbarkeit des Gelernten zeigte sich gleich zu Beginn des Poetry Slams. Denn den Anfang machte der "Treffpunkt Stapelbrede", ein Jugendzentrum aus Schildesche. Hier absolviert Philipp Stubbe sein Anerkennungsjahr. Und weil er dort mit der Musikpädagogin Nike Schmitka mit den Jugendlichen gleich das Gelernte umsetzte, lud Prof. Yüksel Ekinci-Kocks auch kurzerhand die Jugendlichen mit ihren Raps zum Poetry Slam an die FH Bielefeld ein. Dabei ging es um Themen, die derzeit die Nachrichten gestalten: Irak, Pegida, Syrienkrieg, Flüchtlinge, Kinder in Indien und Zwangsheirat. Aber auch von ihren eigenen Schicksalen handelten die Musikstücke. "Sowohl Text als auch Beats sind selbst geschrieben", berichtete Nike Schmitka. Das zweimonatige Projekt am "Treffpunkt Stapelbrede" wurde von der Familie-Osthushenrich-Stiftung finanziell unterstützt.