Professor Pomaska erzeugt im 3D-Druck Replikat eines Spielzeugpferdchens aus dem 12. Jahrhundert.
Minden (fhb). "Pferdestärken im Kinderzimmer" heißt die Weihnachtsausstellung im Mindener Museum. Bei einem besonderen Exponat hat Professor Dr. Günter Pomaska von der Fachhochschule Bielefeld unterstützt: Es handelt sich um das älteste Spielzeug Mindens, ein etwa 900 Jahre altes, um 1100 datiertes Spielzeugpferdchen, das 1975 bei archäologischen Ausgrabungen in der Mindener Bäckerstrasse gefunden wurde. Das Original ist nur hinter Glas zu bewundern. Nun gibt es eine dreidimensionale Nachbildung, die mit modernster 3D-Drucktechnik entstanden ist.
Professor Pomaska, der am Fachbereich Architektur und Bauingenieurwesen das Lehrgebiet Datenverarbeitung vertritt, scannte das Original und entwickelte aus rund 100 Bildern und zahllosen Daten eine fast originalgetreue digitale Nachbildung. Neben der digitalen Version gibt es inzwischen eine "echte" Replik aus Keramik zum Anfassen. Modernste 3D-Drucktechnik ermöglicht dem Mindener Museum neue Wege in der museumspädagogischen Vermittlung. Denn die originalgetreue Nachbildung des mittelalterlichen Spielzeugpferdchens dürfen die Besucher bei Führungen oder museumspädagogischen Programmen anfassen.
Nach der Visualisierung der frühneuzeitlichen Weserquerung und der Digitalisierung des Lapidariums ist die Anfertigung des Replikats einer Miniatur ein weiterer Schritt in der Zusammenarbeit zwischen der Fachhochschule und dem Mindener Museum. Die geringe Größe des Objekts und der Rundum-Scan waren eine Herausforderung an die photogrammetrische Methode. Das für den 3D-Druck erzeugte Modell besteht bei einer Größe von etwa 5 Zentimetern aus 70.000 so genannten Dreiecksmaschen. Wie das Replikat hergestellt wurde, ist auf der Website www.pferdchen.imagefact.de verständlich nachzulesen.