DAAD-Preis und Stipendien: Ausländische Studierende ausgezeichnet
Acht ausländische Studierende der Fachhochschule (FH) Bielefeld wurden am Mittwoch, 30. November, mit Preisen und Stipendien ausgezeichnet.
Bielefeld (fhb). Acht ausländische Studierende der Fachhochschule (FH) Bielefeld wurden am Mittwoch, 30. November, im Internationalen Begegnungszentrum (IBZ) mit Preisen und Stipendien ausgezeichnet. Elena Temirbulatova aus Russland erhielt den renommierten DAAD-Preis für hervorragende Leistungen ausländischer Studierender. Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert und wird jährlich vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) zur Verfügung gestellt, um gute akademische Leistungen und gesellschaftliches Engagement ausländischer Studierender zu würdigen.
Elena Temirbulatova ist 26 Jahre alt und studiert Wirtschaftsinformatik am Fachbereich Wirtschaft und Gesundheit. Den DAAD-Preis erhielt sie für ihre überzeugenden Studienleistungen. Neben den Noten ist das soziale Engagement ein wichtiges Kriterium bei der Wahl des Preisträgers. Temirbulatova hat ehrenamtlich bei Projekten des russischen Roten Kreuzes mitgearbeitet, war am Fachbereich als Tutorin tätig und hat während der jährlich stattfindenden „European Summer School“ internationale Studierende betreut. Ihre Offenheit für Neues und ihr uneigennütziges Engagement beeindruckten Professor Dr. Uwe Rössler, Dekan des Fachbereichs Wirtschaft und Gesundheit. In seiner Laudatio lobte er den Mut der jungen Frau: „Elena Temirbulatova hat in Russland ein Studium abgeschlossen, als Dolmetscherin gearbeitet und beim Roten Kreuz geholfen. Mit dem Entschluss für ein Studium nach Deutschland zu kommen, hat sie aber all die Anerkennung, die sie sich bis dahin erarbeitet hat, aufgegeben, um hier komplett von vorn anzufangen.“ Dass sie nun mit dem DAAD-Preis geehrt werde, zeige, dass sich der Schritt gelohnt habe.
Davon ist auch Elena Temirbulatova selbst überzeugt. „Ich habe eine neue Kultur kennengelernt und ich habe mich selbst neu entdeckt. Ich bin selbstständiger geworden und ich weiß, was ich will. Das ist gut, da man sonst oft nur das macht, was andere wollen.“ Der Preis kam für die junge Frau genau im richtigen Moment. Schließlich bleibe in der Endphase ihres Studiums kaum Zeit für einen Nebenjob. „Der DAAD-Preis ist eine finanzielle Unterstützung für mich und das nimmt eine sehr große Last von meinen Schultern“, sagt Temirbulatova.
Zudem wurden im Rahmen des „internationalen Abends“ acht Stipendien vergeben. In Zusammenarbeit mit der Fachhochschulgesellschaft – Verein der Freunde und Förderer e.V. der FH Bielefeld und der CLAAS KGaA mbH aus Harsewinkel fördert der DAAD mit den so genannten Matching-Funds-Stipendien ausländische Studierende. Ein Stipendium erhielten: Mohammed Al-Barashi aus dem Jemen (Wirtschaftsinformatik), Valentina Giesbrecht aus der Ukraine (Soziale Arbeit), Firat Örnek aus der Türkei (Betriebswirtschaftslehre), Sviatlana Pabst aus Weißrussland (Soziale Arbeit), Alexandra Polina aus Usbekistan (Gestaltung/Fotografie und Medien), Lyubov Tissen aus der Ukraine (Sozialpädagogik) und Rezida Vollmer-Khalfina aus Russland (Pädagogik der Kindheit). Auch die DAAD-Preisträgerin Elena Temirbulatova kann sich zusätzlich zu dem Preis über ein Stipendium freuen.
Vorgeschlagen wurden die Stipendiaten von Professorinnen und Professoren aus den Fachbereichen. Professor Dr. Roman Bezjak vom Fachbereich Gestaltung konnte über seine Studentin Alexandra Polina nur Positives berichten: „Sie hat eine unglaubliche Biografie. Schon in Usbekistan war sie in der Kulturszene tätig und hat die erste weibliche Breakdance-Gruppe gegründet – die Popkultur des ehemaligen Feindes! Das war echte Pionierarbeit.“ Diese Dynamik habe sie auch mit nach Deutschland, an den Fachbereich Gestaltung gebracht.
Vom DAAD und den privaten Drittmittelgebern konnten 2011, wie auch im Vorjahr schon, 8.000 Euro an Stipendienmitteln eingeworben werden. Der DAAD finanziert die Matching Funds-Stipendien im Rahmen seines Stipendien- und Betreuungsprogramms (STIBET) aus Mitteln des Auswärtigen Amtes. Die ausgezeichneten Studierenden gestalteten den internationalen Abend mit Länderpräsentationen und Spezialitäten aus ihren Ländern aktiv mit.
Dorit Hekel, Leiterin des Akademischen Auslandsamtes der FH Bielefeld, hebt den Erfolg der Veranstaltung hervor: „Die Studierenden, deren Leistungen wir heute Abend würdigen, haben Beachtliches vollbracht. Sie haben den Kampf mit einer fremden Sprache aufgenommen und gewonnen. Sie studieren mit Erfolg, viele von ihnen versorgen auch noch eine Familie, arbeiten und engagieren sich für andere. Sie alle haben die Gratwanderung zwischen Anpassung an die Fremde und Bewahrung des Eigenen geschafft. Die Fachhochschule Bielefeld kann stolz auf sie sein.“