04.05.2012

„Der Arbeitsmarkt für Hochschul-Absolventen ist immer gut gewesen“

Bildungsökonom Prof. Timmermann spricht auf der BWL-Jubiläumsveranstaltung über "Hochschulen im Wandel".

Bielefeld. Am vergangenen Freitag fand im Rahmen der 50-Jahrfeiern des Fachbereichs Wirtschaft und Gesundheit, Lehreinheit Wirtschaft, die Jubiläumsveranstaltung des Bachelor-Studiengangs Betriebswirtschaftslehre statt. Unter dem Generalthema "Der Übergang von der Hochschule in den Beruf" referierten im ersten Teil der Veranstaltung der Dekan des Fachbereichs, Prof. Dr. Uwe Rössler, zum Thema "Anforderungen der Wirtschaft an die Hochschulausbildung von morgen" und der Präsident des Deutschen Studentenwerks und langjährige Rektor der Universität Bielefeld, Prof. Dr. Dieter Timmermann, zum Thema "Hochschulen im Wandel".

Timmermann wies vor dem Hintergrund, dass seit den 60er-Jahren ein kontinuierlicher Anstieg der Studierendenzahlen zu beobachten ist, auf das Problem der Unterfinanzierung der Hochschulen hin, da die Politik bei ihren Planungen bereits in der Vergangenheit und auch in Zukunft von rückläufigen Studierendenzahlen ausgehe. Bildungsökonom Timmermann: "Man hat sich wie immer gründlich verschätzt."

Gegenüber vielen anderen Industriestaaten würden sich die Hochschulausgaben Deutschlands entgegen den offiziellen Verlautbarungen gemessen am Bruttoinlandsprodukt auf einem sehr niedrigen Niveau bewegen. Beispielsweise hätten die USA 2,9 Prozent ihres Bruttoinlandprodukts für ihr Hochschulsystem ausgegeben, während es in Deutschland im Jahr 2005 gerade einmal 1,1 Prozent gewesen seien.

Den jungen Leuten macht Timmermann dennoch Mut: "Der Arbeitsmarkt für Uni- und FH-Absolventen ist immer gut gewesen." Die Arbeitslosenquote bei den Akademikern liege bei bescheidenen 2,3 Prozent. Kleine Überraschung am Rande: "Der Studienerfolg ist an der Fachhochschule größer als an der Universität", so der ehemalige Rektor der Uni Bielefeld. Die Hochschulen in Deutschland rief er zu mehr Öffnung und Internationalität auf: "Weltweit finden 25 Millionen junge Menschen keinen Studienplatz." Ein großes Potenzial, um das in Zeiten rückläufiger Studierendenzahlen kräftig geworben werden könnte.          

Im zweiten Teil der Veranstaltung berichteten drei ehemalige Studierende des  Fachbereichs über ihre Erfahrungen  beim Übergang von der Hochschule in den Beruf. Folker Rohlfing, Vorstandsassistent bei der Harting KG, erläuterte Möglichkeiten der Umsetzung theoretischer Marketingmodelle auf praktische Fragestellungen. Bianca Sundermann, recruiting specialist in der Medienfabrik GmbH, zeigte neue Wege auf, mit Hilfe der Social Media und  Web 2.0 Personalrekrutierung und Bewerberauswahl zu optimieren. Abschließend beschäftigte sich Nadine Kleinker, Controllingreferentin bei der Claas KGaA mbH mit dem  Einsatz der Portfoliotechnik im Kundenmanagement.

Die insbesondere von BWL-Studierenden besuchte Festveranstaltung klang bei einem Imbiss mit einem Gedankenaustausch über die eigenen Berufsperspektiven in lockerer Runde aus.