24.06.2013

„Der Praxisplatz ist die Hürde“

Studienort Gütersloh informierte über Aufbau und Ablauf der praxisintegrierten Studiengänge.

Gütersloh (fhb). Im Wechsel studieren und arbeiten - so funktioniert das praxisintegrierte Studium. Was sich genau hinter einem solchen Studium verbirgt, haben sich am Freitagnachmittag rund 20 potentielle Studienanfängerinnen und Studienanfänger beim Informationstag am Studienort Gütersloh angeschaut. Die FH Bielefeld bietet in Gütersloh die beiden praxisintegrierten Studiengänge Wirtschaftsingenieurwesen und Mechatronik/Automatisierung an. Was ein Ingenieur heutzutage alles mitbringen muss, stellten Ulrike Franke, Lehrkraft für wirtschaftswissenschaftliche Fächer und Marcus Miksch, Koordinator für das praxisintegrierte Studium, vor. Da man im Ingenieurwesen ohne Mathematik nicht weit kommt, erklärte Nikolas Pascher zudem kurz die mathematischen Anforderungen im Studium und versuchte den Studieninteressierten die Angst vor Differentialrechnungen und Frequenzanalysen zu nehmen. Davon wenig abgeschreckt, erkundigten sich einige Teilnehmer dann nach Studienplätzen für das kommende Wintersemester, ab August 2013.

Gleich drei Vorteile zählte Ulrike Franke den Studieninteressierten für das praxisintegrierte Studium auf: "Durch den Wechsel von Theorie und Praxis können Sie das Gelernte direkt im Unternehmen umsetzen. Sie haben beste Aussichten auf eine Übernahme, und Sie bekommen während Ihres Studiums bereits eine Ausbildungsvergütung. Davon können andere Studierende nur träumen."
Denn das ist das Besondere beim praxisintegrierten Studium: Die Studierenden sind parallel zum Studium in einem Unternehmen beschäftigt und lernen dort von Beginn den Arbeitsalltag kennen. Praxisphasen über elf Wochen wechseln sich mit Theoriephasen an der FH über zwölf Wochen ab. Wer einen Studienplatz haben möchte, muss neben der Hochschulzugangsberechtigung einen Praxisplatz in einem Unternehmen vorweisen.

Marcus Miksch machte den Studieninteressierten Mut, was die Zugangsvoraussetzungen zum Studium angeht. "Die Hürde für Sie ist es, ein Unternehmen zu finden, das Sie beschäftigt. Jeder der einen Praxisplatz hat, wird auch bei uns genommen", sagte Miksch. Bei der Suche sollten sich die Bewerberinnen und Bewerber nicht nur auf ausgeschriebene Stellenangebote konzentrieren, sondern auch die eine oder andere Initiativbewerbung losschicken. Auch zu solchen Unternehmen, die bisher noch nicht mit der FH Bielefeld kooperieren.

Mark Zimmermann (20) hat zwar noch keine Zusage von einem Unternehmen, könnte sich aber gut vorstellen, in Gütersloh Wirtschaftsingenieurwesen zu studieren. "Das interessiert mich schon, aber ich überlege noch, ob für mich das praxisintegrierte oder doch ein Vollzeitstudium das Richtige ist", erklärt Zimmermann. Wenn er sich für den Studienort entscheidet, möchte er gerne noch in diesem August mit dem Studium anfangen. Etwas anders sieht das bei seinem Freund Dominik Krümpelmann aus. Der 23-jährige macht gerade eine Ausbildung zum Mechatroniker beim Autohaus Brinker in Gütersloh. Deshalb würde für ihn ein Studium erst ab 2015 in Frage kommen.

Unter dem Motto "Keine Angst vor Mathe" stimmte Nikolas Pascher, wissenschaftlicher Mitarbeiter,  die Studieninteressierten ein wenig auf das ein, was sie im Studium erwartet. "Wir bieten zu Beginn des Studiums einen einwöchigen Auffrischungskurs an", gab er Entwarnung. Dazu werden die Studierenden je nach Vorkenntnissen in Gruppen eingeteilt. Außerdem gibt es semesterbegleitende Tutorien und Übungen vor den Prüfungen.

Abschließend nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit, sich mit drei Studierenden über ihre Erfahrungen auszutauschen. Am Studienort Gütersloh kooperiert die FH Bielefeld derzeit mit über 80 Unternehmen, die Praxisplätze anbieten. Aktuell suchen noch 10 der kooperierenden Unternehmen nach geeigneten Kandidaten für den Studienbeginn im August 2013.Von neuen Angeboten erfahren Studieninteressierte über das Unternehmensportal auf www.fh-bielefeld.de/guetersloh oder über einen E-Mail-Verteiler. Wer in den Verteiler aufgenommen werden möchte, schickt eine E-Mail an koordinierungsstelle@fh-bielefeld.de.