13.11.2012

„Es hat sich angefühlt wie Studium“

130 Schülerinnen und Schüler beim dualen Orientierungspraktikum an der FH Bielefeld.

Bielefeld (fhb). Eine ganze Woche Hochschulluft geschnuppert haben vergangene Woche 130 Gymnasiastinnen und Gymnasiasten an der Fachhochschule (FH) Bielefeld.  Von sechs Schulen aus Bielefeld, Gütersloh, Halle, Paderborn und Harsewinkel hatten sich Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe 2 zum dualen Orientierungspraktikum (DOP) an der FH angemeldet um erste Einblicke in den Studienalltag zu gewinnen.

Um den Jungen und Mädchen das eigenverantwortliche Lernen und Arbeiten näherzubringen, konnten sie sich einen favorisierten Studiengang aussuchen und an regulär stattfindenden Vorlesungen und Seminaren teilnehmen und sich unter die Studierenden mischen. Nicht die ganze Zeit an die Hand genommen werden, soll die eine oder andere Vorstellung vom Studium zurechtrücken und den Blick für den Ablauf an der Hochschule schärfen. Professor Dr. Jörg-Michael Keuntje, Schulbeauftragter der FH Bielefeld, holt die jungen Leute zu diesem Zweck seit mehreren Jahren an die Hochschule.

"Die Studienwahlentscheidung ist ein komplexer Prozess", erklärt Karin Laube, Koordinatorin des DOP und in der Zentralen Studienberatung der FH tätig. "Nur weil jemand gerne zeichnet, muss ein Studium am Fachbereich Gestaltung noch lange nicht das Richtige für ihn sein", lautet eines ihrer Beispiele. Das DOP soll das Interesse der Schülerinnen und Schüler wecken und ihnen die reellen Anforderungen im Studium klarmachen.

"Die Studienkultur ist nicht gelenkt, sondern frei", erklärte  Professor Dr. Andreas Beaugrand, Vizepräsident für Studium und Lehre, den Schülerinnen und Schülern zur Begrüßung am Fachbereich Gestaltung.

Die Mischung aus Theorie und Praxis im Lehralltag an der FH kam gut an. Die jungen Leute konnten im Studiengang Apparative Biotechnologie im Labor eukaryotische Zellkulturen anlegen oder in der Angewandten Mathematik einer Vorlesung zu Linearer Algebra lauschen. "Es hat sich angefühlt wie Studium" und  "Das war ein sehr guter Einblick in den Studiengang", lauteten da die Statements bei der Abschlussveranstaltung am Freitag. Ein anderes Fazit zeigt, dass das DOP seinen Sinn erfüllt: "Das Praktikum war gut. Ich habe aber gemerkt habe, dass für mich dieser Studiengang nicht in Frage kommt", so ein Schüler.

"Für die Schülerinnen und Schüler ist es einfach aufregend, an der Hochschule zu sein, die Mensa zu besuchen und mit den Studierenden ins Gespräch zu kommen", sagt Karin Laube. Tipps zum Studiengang und Gespräche mit FH-Studierenden würden generell gut ankommen, da die Studierenden glaubwürdig sind.

Zusätzlich zum einwöchigen Besuch an der FH absolvierendie Schülerinnen und Schüler im Rahmen des DOP ein Schülerpraktikum in einem Unternehmen oder einer Institution, das inhaltlich mit dem Besuch an der FH korrespondieren soll. So können sie Studium und Berufswelt miteinander vergleichen. Das wird die Entscheidung für den passenden Studien- oder Ausbildungsweg nach dem Abitur hoffentlich leichter machen.