28.06.2013

Campus Minden: Fachbereich Technik verabschiedet erste Absolventen

Die „praxisintegrierten Wirtschaftsingenieure“ haben ihr Studium in der Regelstudienzeit abgeschlossen.

Minden (fhb). Der Fachbereich Technik auf dem Campus Minden hat am Donnerstag, 27. Juni 2013, feierlich seine ersten acht Absolventen verabschiedet: Sie haben den 2009 gestarteten praxisintegrierten Bachelorstudiengang Wirtschaftsingenieurwesen erfolgreich in der Regelstudienzeit abgeschlossen. Sie sind somit die ersten Absolventen der Fachhochschule (FH) Bielefeld im Rahmen des Ausbauprogramms, das 2008 vom Land Nordrhein-Westfalen ins Leben gerufen wurde. Die FH Bielefeld hatte damals den Auftrag vom Land erhalten, am Standort Minden 500 zusätzliche Studienplätze zu schaffen.

Im praxisintegrierten Studium sind die Studierenden während der gesamten Studiendauer in einem Unternehmen beschäftigt. Dabei wechseln sich Praxisphasen im Betrieb über elf Wochen mit Theoriephasen an der Fachhochschule über zwölf Wochen ab. Bereits während der Praxisphasen bereiten sich die Studierenden anhand von Studienbriefen auf die Theorie vor. Zu den Unternehmen der ersten Stunde gehörten damals WAGO Kontakttechnik, Archimedes Facility Management (Bad Oeynhausen), HAUTAU GmbH (Helpsen), Hörmann KG (Amshausen), Stadtwerke Bielefeld, Binka Diamantwerkzeuge (Rodenberg) und inometa (Herford). Heute kooperiert die Fachhochschule Bielefeld mit mehr als 250 Unternehmen, schwerpunktmäßig aus Ostwestfalen-Lippe, viele kommen aber auch aus anderen Bundesländern.

Wirtschaftsingenieurwesen war der erste praxisintegrierte Bachelorstudiengang, der an der FH Bielefeld startete. Im Sommer 2009 fanden die ersten acht Interessierten zu ihren Unternehmen, die ebenfalls als Pioniere in das Konzept eingestiegen sind. Der junge Fachbereich Technik steckte zu dem Zeitpunkt noch in den Kinderschuhen: Professoren und Mitarbeiter wurden erst nach und nach eingestellt und immer mehr Räume mussten angemietet werden. Doch irgendwer musste schließlich den Anfang machen. Den Kinderschuhen ist der Fachbereich inzwischen längst entwachsen. Mehr als 30 Professoren und Mitarbeiter sind hier beschäftigt und 360 Studierende sind heute eingeschrieben, davon die Hälfte in den praxisintegrierten Studiengängen Wirtschaftsingenieurwesen,  Elektrotechnik (Start 2010) und Maschinenbau (Start 2011). Die andere Hälfte ist im Bachelorstudiengang Informatik eingeschrieben, der 2010 startete.

Insgesamt studieren heute mehr als 1.000 junge Leute auf dem Campus Minden.

Die Präsidentin der Fachhochschule Bielefeld, Professorin Dr. Beate Rennen-Allhoff, gratulierte den Absolventen zu ihrem Abschluss und zu ihrem Mut, den sie bewiesen haben, als sie sich für das neue Studienkonzept in einem neuen Fachbereich entschieden: "Anfangs gab es ja in Minden eine gewisse Skepsis gegenüber dem praxisintegrierten Studienkonzept. Das hat sich inzwischen ja aufgelöst, denn wir wollen als Hochschule damit ja auch einen Beitrag zur Regionalentwicklung leisten."

Der Stellvertretende Bürgermeister der Stadt Minden, Egon Stellbrink, schloss sich in seinem Grußwort inhaltlich an: "Auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels freue ich mich als Bürgermeister natürlich, dass der Standort Minden durch den Campus und die praxisintegrierten Studiengänge bereichert wird."

Auch WAGO-Geschäftsführer Axel Börner betonte die Bedeutung des Hochschulstandortes Minden für den Wirtschaftsstandort Ostwestfalen, stellvertretend für die kooperierenden Unternehmen: "Die Region wird immer noch verkannt, dabei ist sie eine der wirtschaftsstärksten in ganz Deutschland." Allein WAGO hätte einen enormen Bedarf an Ingenieurnachwuchs und verspreche sich viel von der Ausbildung vor Ort, um Abiturienten in der Region zu halten.

Der Dekan des Fachbereichs Technik, Professor Dr. Michael Mohe, bedankte sich in seiner Laudatio bei den Absolventen: "Ihr wart eine tolle Truppe. Selten habe ich zuvor in meiner Laufbahn eine solche Begeisterung in den Lehrveranstaltungen erlebt", so Mohe. Es sei anfangs eine regelrechte Luxussituation gewesen, mit einer so kleinen und motivierten Gruppe zu arbeiten.

Absolventin Gesa Mauritz hielt stellvertretend für ihre Kommilitonen die Abschlussrede und bedankte sich vor allem bei dem wissenschaftlichen Mitarbeiter Jörg Meier-Pechstein: "Was auch immer in der Aufbauphase des Fachbereichs berichtet wurde, für uns war ER der Fachbereich." Meier-Pechstein hatte sich als erster Mitarbeiter des neu gegründeten Fachbereichs in der Anfangsphase um die Studierenden gekümmert und "die eine oder andere Kuh vom Eis geholt".  Zum Dank überreichten die Studierenden ihm einen symbolischen Kummer-Briefkasten.

Geschenke erhielten auch die beiden Besten des Jahrgangs: Patrick Quach und Ingo Balzer wurden für ihre Leistungen mit dem Buch "Innovationsmanagement  für Wirtschaftsingenieure" belohnt.