19.12.2008

Die verborgene Spur – Jüdische Wege durch die Moderne

Jubiläumsausstellung zum 10-jährigen Bestehen des Felix-Nussbaum-Haus Osnabrück.

Anlässlich seines zehnjährigen Jubiläums präsentiert das Felix-Nussbaum-Haus Osnabrück bis zum 19. April 2009 eine außergewöhnliche Ausstellung mit Leihgaben aus bedeutenden Museen Europas und der USA. Unter dem Titel »Die verborgene Spur - Jüdische Wege durch die Moderne« widmet sich die umfassende Schau den Strömungen jüdischer Kultur und jüdischen Lebens im Kunstschaffen des 19. und 20. Jahrhunderts. Werke aus der Sammlung Felix Nussbaum werden mit über 100 Exponaten namhafter nationaler und internationaler Künstler wie Marc Chagall, R.B. Kitaj, Mark Rothko, Max Liebermann, Rebecca Horn und vielen anderen konfrontiert. In ihrem Bildprogramm lassen sie sich mit der jüdischen Tradition, der Kunst der Moderne und der markanten Architektur Daniel Libeskinds auf einzigartige Weise verbinden und öffnen den Blick auf eine bislang »verborgene Spur«.

Im Fokus der konzeptionellen Vorbereitungen zur Ausstellung stand nicht allein die Dokumentation hierzulande unbekannter Kunstwerke. Es war ein Forschungsprojekt hinsichtlich des immer noch kaum beachteten Einflusses jüdischer Tradition auf die Kultur der Moderne in Kunst, Geistesleben und Wissenschaft. Die jüdische Erfahrung der Diaspora als örtliche und kulturelle Zerstreuung sowie ihr Einfluss auf das künstlerische Werk der Moderne bilden erstmals den Mittelpunkt der Betrachtung. Ausstellung, Katalog und wissenschaftliches Begleitprogramm sollen dazu beitragen, Missverständnisse abzubauen und neue Denkhorizonte zu öffnen. Fragen zur Begründung der jüdischen Tradition in der Schrift, dem Verhältnis zum Bild als mediales Ereignis, der Gottesvorstellung sowie den Wechselwirkungen zwischen Rationalität und Mystik im Kontext aktueller Kulturdimensionen gehören zu den Schwerpunkten, die mit dem Projekt zur Diskussion gestellt werden. Ferner finden jene Impulse Beachtung, die als produktive Anregungen in sämtlichen Bereichen der Wissenschaft und Kultur auf das Leben und Denken in jüdischer Tradition zurück zuführen sind.

Das auf zweieinhalb Jahre angelegte Drittmittelprojekt ermöglichte eine Kooperation zwischen dem Felix-Nussbaum-Haus und dem Fachbereich Gestaltung der Fachhochschule (FH) Bielefeld, dessen Dekan, Professor Dr. Martin Roman Deppner als wissenschaftlicher Kurator und Autor sowie Herausgeber des Ausstellungskatalogs für das Projekt gewonnen werden konnte. Des Weiteren konnte die Masterstudentin Jana Duda als Kuratoriumsassistentin schon während ihrer Studienzeit am Fachbereich Gestaltung der FH Bielefeld Erfahrungen als wissenschaftliche Mitarbeiterin und in der Museumsarbeit sammeln. Als Kuratorin engagierte sich außerdem Inge Jaehner, Direktorin des Felix-Nussbaum-Haus Osnabrück. Für die wissenschaftliche Beratung konnten Dr. Edward van Voolen, Kurator am Jüdischen Historischen Museum Amsterdam und Angeli Sachs, Kuratorin am Museum für Gestaltung Zürich, gewonnen werden.
Mehr Information: www.die-verborgene-spur.de

Die verborgene Spur - Jüdische Wege durch die Moderne
7. Dezember 2008 bis 19. April 2009
Felix-Nussbaum-Haus
Lotter Straße 2
49078 Osnabrück

Öffnungszeiten
Di. - Fr.: 11 - 18 Uhr
Sa./So.: 10 - 18 Uhr

Eintritt
Erwachsene: 8 Euro
Mit Ermäßigung: 6 Euro
Katalog zur Ausstellung: 29,80 Euro

Führungen nach Vereinbarung
Telefonnummer: 0541/323 2207