Die im Aufbau befindliche Artothek im Fachbereich Gestaltung der Fachhochschule (FH) Bielefeld, deren Werke vom 11. Mai 2005 in der Hochschulbibliothek ausleihbar sein werden, ist um ein Bild reicher. MdB Dr. Rainer Wend übergab an den Initiator der Artothek Professor Dr. Andreas Beaugrand vom Fachbereich Gestaltung und die Kooperationspartner der Hochschulbibliothek Dr. Antje Kellersohn und Marianne Joppien die Arbeit von Rainer Fetting "Willy VI" (Portrait Willy Brandt), 1996 - Serigrafie auf Papier, 122 x 85 cm, ein Geschenk der SPD - Freundeskreis Willy-Brandt-Haus e.V., Berlin. Bisher umfasst die Artothek über 250 Werke aus Schenkungen und Stiftungen von Künstlerinnen und Künstlern, Galerien, Museen und anderen Kulturinstituten. Die Werke können von allen Hochschulangehörigen demnächst für acht Wochen je Werk ausgeliehen werden. An Gebühren müssen je nach Kunstwerk 1 bis 5 Euro bezahlt werden.
Zu der Kunst Rainer Fetting schreibt Artothekinitiator Dr. Andreas Beaugrand:
"Rainer Fetting, der erfolgreichste und bekannteste Vertreter der Malergeneration der 'Jungen Wilden', die vor gut 25 Jahren in die Kunstszene drängte, ist inzwischen längst 'Mitte Fünfzig'. Dennoch hat er die Kraft zur Kunst erhalten können - mitten in Berlin, wo er seit 1972 lebt und arbeitet, beharrlich und konsequent. Zu einem der wichtigsten Themen seiner Malerei zählt das Portrait - sein eigenes und die von Freunden, Wegbegleitern und Gesinnungsgenossen. Rainer Fetting arbeitete schon immer in Serien und Zyklen, aber seine Portraits zeigen vielleicht am deutlichsten die Kontinuität, wie er seine künstlerischen Ziele verfolgt, in welchem kunsthistorischen Zusammenhang er sich selbst sieht und warum er im Zeitalter der digitalen Medien das Malen von Tafelbildern nicht im geringsten anachronistisch empfindet. Das Portrait gehört zweifelsohne zu den großen Themen der abendländischen Kunstgeschichte. Es hat eine über viele Jahrhunderte zurückreichende Tradition - von den ersten frühen Exemplaren der Renaissance über Rembrandt und den Vertretern der Klassischen Moderne bis heute - und ist besonders seit den späten 1970er Jahren durch die zunehmende Individualisierung in unserer Epoche wieder in einem erstaunlichen Maß zum Thema geworden."