Mit großer Bestürzung haben Lehrende und Studierende des Fachbereichs Gestaltung der Fachhochschule (FH) Bielefeld die Nachricht von der Verhaftung der Studierenden Eike Korfhage und Henning Wallerius aufgenommen. Soweit aus den Pressemeldungen zu entnehmen ist, haben sich die beiden Studierenden an einer Fahrradkarawane von Berlin nach St.Petersburg beteiligt, um die Aktionen anlässlich des G8 Treffens zu verfolgen. Die ihnen bei der Ankunft in St. Petersburg vorgeworfenen Vergehen können von hier aus nicht beurteilt werden. Kommentierend aber ist zu sagen, dass das Vorhaben der beiden Studenten, eine Fotoreportage über die Aktivitäten im Rahmen des G8 Treffens herzustellen, durchaus zu jenen Aufgaben gehören, die im Rahmen eines Fotografiestudiums zu leisten sind. Im Zuge des Fotografiestudiums sind Reportageaufgaben, die ein authentisches Bild von politischen und anderen Vorgängen zu liefern vermögen, ein fester Bestandteil fotojournalistischer Einsicht in die Einsatzmöglichkeiten und Strukturen des Mediums Fotografie. Von daher gesehen geraten Fotojournalisten auch im professionellen Bereich nicht selten in Situationen, die sie verdächtigen, selbst politisch aktiv zu sein. Ferner kann bezeugt werden, dass sich die beiden Studierenden am Fachbereich Gestaltung stets durch aktives Mitwirken in der studentischen Selbstverwaltung und im Studium als verlässliche Ansprechpartner im Fachbereich erwiesen haben. Aus diesem Grunde fordern wir die Deutsche Botschaft und die Politiker dieser Region auf, sich aktiv für die sofortige Freilassung der beiden Bielefelder Studenten einzusetzen und auf eine rechtliche Klärung der Sachverhalte sowie der ihnen vorgeworfenen Vergehen zu drängen.