Am Freitag, 26. Januar 2001 war es soweit: Die fünfköpfige Jury gab ihre Bewertung ab und prämierten die besten drei Arbeiten: Mit dem ersten Preis wurde das Kunstobjekt "Der pulsierende Mensch" von Tanja Beckmann ausgelobt. Ihre Arbeit spiegelt die Abhängigkeit und die Wechselwirkung von Mensch und Technik wieder.
Ihr Entwurf zeigt den Umriss eines menschlichen Körpers, dessen Stoffwechselsystem mit all seinen Organen durch Rohre, Leitungen und technischen Elementen wie Stromspulen, Messgeräten u.ä. ersetzt ist. Der "Mensch" ist von Schaukäste umgeben, die die einzelnen Dienstbereiche der Stadtwerke darstellt, z.B. Sonnenenergie und Windkraft. Dass Energie aber auch aus Feuer und Wasser gewonnen wird, verdeutlicht Tanja Beckmann auf der in Rot und Blau gehaltenen Leinwand ihrer Installation. Über einen Schalter kann ein pulsierendes Leuchten in Gang gesetzt werden, das die menschliche Kontur unterstreicht und in Abständen "ein Licht aufgehen" lässt. Die Installation wird dauerhaft im Foyer des Stadtwerke-Hochhauses zu sehen sein.
Alle Wettbewerbsteilnehmerinnen werden nun zusammen mit der Preisträgerin das Kunstwerk als Gemeinschaftsaufgabe realisieren. Das Preisgeld von 10.000 DM geht uneigennützig in den Bereich Mode des Fachbereichs Gestaltung, damit für alle dort Studierenden zusätzliche Anschaffungen, wie z.B. Computer, gemacht werden können. "Dieser Wettbewerb ist vielleicht auch ein Anstoß für andere Unternehmen", so die für die Neugestaltung zuständige Innenarchitektin Ulrike Holtkamp-Eckhardt, "Kultur und Kunst einmal etwas anders zu fördern - und nicht nur durch Sponsoring."
Um eine Vielfalt an Ideen und Entwürfen zu bekommen, junge Menschen und ortsansässige Hochschulen zu fördern, wurde der Kontakt zur FH Bielefeld gesucht. Da sich gerade die Studienrichtung Mode des Fachbereichs Gestaltung mit dem Menschen auseinandersetzt, und zwar mit allen Menschen, ob klein oder groß, jung oder alt, dick oder dünn, wurde unter der Leitung von Professorin Willemina Hoenderken eine Gruppe von sechs Studentinnen aufgefordert, in Form eines Wettbewerbs wandgestaltende Kunst zu entwerfen. Thematisch soll das Kunstobjekt die Stadtwerke Bielefeld als Dienstleister für Menschen in allen Facetten widerspiegeln. Die Aufgabenstellung: Mensch und Technik künstlerisch in Einklang zu bringen und die sehr technische, nüchterne Materie rund um ein Versorgungsunternehmen in gestaltete Kunst zu übersetzen. Ein großformatiges Kunstwerk soll - reliefartig, in Form einer Collage - an der Wand zwischen Aufzügen und Eingang "Neues Foyer" plaziert werden. Das Kunstobjekt soll der Innenarchitektur folgen, den Raum mitgestalten, raumbildend wirken. Es soll positiv provozieren, zu Diskussionen anregen und einladen, sich damit auseinander zu setzen.