21.12.2012

„Familienfreundlichkeit in den Fachbereichen praktizieren“

Begleitkreis "audit familiengerechte hochschule" legt ersten Jahresbericht vor / 60 Projekte stehen auf der Agenda.

Bielefeld (fhb). Zertifiziert mit dem "audit familiengerechte hochschule" ist die Fachhochschule Bielefeld seit Ende 2011. Die Auszeichnung bedeutet nicht nur Anerkennung, sondern mit ihrer Verleihung verbunden ist der Auftrag, sich aktiv für die Realisierung von Maßnahmen einzusetzen, die eine Hochschule familienfreundlich erscheinen lassen. Zu diesem Zweck wurde Anfang des Jahres ein so genannter Begleitkreis ins Leben gerufen, besetzt mit Mitgliedern aller Statusgruppen der Hochschule, der die Umsetzungsprozesse für die kommenden drei Jahre kritisch verfolgt. Im November wurde nun der erste Jahresbericht unter der Federführung von Elisabeth Mantl vorgelegt.

Als erste Erfolge oder auch "Meilensteine" werden hervorgehoben: Die Entwicklung und Genehmigung eines Teilzeitstudiengangs Soziale Arbeit, der im Sommersemester 2013 starten soll; die Einrichtung einer psychosozialen Beratungsstelle; die Einführung eines Familienparagrafens für die Rahmenprüfungsordnung und die Herausgabe der Broschüre "Ratgeber Hochschule und Familie zur Vereinbarkeit von Beruf, Studium und Familie". Zudem wurde die Broschüre "Studieren mit Kind" aktualisiert. Projektleiterin Hildegard Schumacher-Grub, bis Ende November ein Jahrzehnt lang an der FH Bielefeld als Gleichstellungsbeauftragte aktiv, freut sich über die ersten "Leuchttürme": "Wir haben uns sehr viel vorgenommen, und wir haben im ersten Jahr eine gut Bilanz vorzuweisen."

Im Büro der Gleichstellungsbeauftragten hängt ein zwei Meter mächtiger Plan, auf dem knapp 60 Projekte im Rahmen des "audits" festgehalten sind. Gelb markiert werden diejenigen, die den Status "in Arbeit" haben, grün gekennzeichnet sind die "bereits umgesetzten" Maßnahmen. Und grün wächst ständig und schnell. Schumacher-Grub, vormals Projektleiterin, jetzt ganz normales Projekt-Mitglied: "Wir werden hochschulintern von vielen Seiten unterstützt. Das Etikett 'familienfreundlich' ist kein Werbeaufkleber, sondern ein Anspruch, der gelebt wird." Das Ziel sei weiterhin "die Herstellung einer Balance zwischen den betrieblichen Interessen der Hochschule und den familiären Interessen der Beschäftigten und Studierenden".

In sieben Handlungsfelder ist der Maßnahmenkatalog unterteilt. Es geht um "Arbeitszeit", "Arbeitsorganisation", "Arbeitsort", um "Informations- und Kommunikationspolitik", um "Führungskompetenz", "Personalentwicklung" und "Service für Familien". Zum letztgenannten Feld gehört die erstmalige Herausgabe eines Flyers zum Thema "Studien- und Prüfungsorganisation für Studierende mit Familienaufgaben". Hier geht es um rechtliche Regelungen und Angebote im Mutterschutz, in der Elternzeit und für Familien oder auch um Urlaubssemester, Elterngeld und kostenlose Ferienbetreuung. Hildegard Schumacher-Grub: "Bei all dem, was wir schon erledigt haben und noch tun werden, kommt es nun darauf an, dass die Familienfreundlichkeit in den Fachbereichen praktiziert und so zum selbstverständlichen Bestandteil der Hochschulkultur wird."

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