28.02.2013

Feray Elbaylar ist OWL-Ingenieurin des Jahres 2012

Ehemalige Studentin der FH Bielefeld setzt sich für Gleichstellung von Frau und Mann sowie Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein.

Bielefeld/Soest. Im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung wurde gestern die Gewinnerin der Ausschreibung 'OWL-Ingenieurin des Jahres 2012' vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI) - Bezirksverein Ostwestfalen-Lippe e. V. - ausgezeichnet. Preisträgerin Feray Elbaylar (43) überzeugte die sechsköpfige Jury: Die Elektrotechnik-Ingenieurin, die an der Fachhochschule Bielefeld studiert hat, arbeitet seit 20 Jahren im Miele-Werk Bielefeld im Bereich Entwicklung. Unterstützt wurde der Preis in diesem Jahr von der Gleichstellungsbeauftragten der Fachhochschule Bielefeld, der HELLA KGaA Hueck & Co Lippstadt sowie der ISF GmbH Lemgo. Schirmherrin war NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze. Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert, zudem wird eine Skulptur überreicht. Er wurde zum dritten Mal verliehen.

Preisträgerinnen sind Ingenieurinnen mit starkem Bezug zu OWL, die sich für die Gleichstellung von Frau und Mann sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf einsetzen, sich für das Thema Nachhaltigkeit engagieren und junge Menschen für den Ingenieurberuf begeistern.

Bis Ende 2012 lief die Bewerbungsfrist für die OWL-Ingenieurin des Jahres. "Wir freuen uns, dass so viele hochqualifizierte und engagierte Ingenieurinnen vorgeschlagen wurden", so die stellvertretende Vorsitzende des VDI-Bezirksvereins OWL, Prof. Dr. Eva Schwenzfeier-Hellkamp von der Fachhochschule Bielefeld. Die Jury setzte sich aus Vertreterinnen des VDI-OWL zusammen, neben Schwenzfeier-Hellkamp waren das Mirjana Strahinovic und Heike Wulf, sowie Vertreterinnen regionaler Unternehmen: Daniela Bunte (E.ON Westfalen-Weser AG), Martina Ringeln (Miele & Cie. KG) und die letztjährige Gewinnerin Eva Härmens (Delta Energy Systems GmbH). "Die Entscheidung ist uns in der Jury nicht leicht gefallen", resümierte Mirjana Strahinovic, zugleich Arbeitskreisleiterin Frauen im Ingenieurberuf - fib.

Elektrotechnik-Ingenieurin Feray Elbaylar überzeugte die Jury in allen Punkten. Die gebürtige Türkin lebt mit ihrer Familie in Bielefeld. Seit 1992 arbeitet sie für das Unternehmen Miele im Werk Bielefeld als Prüf-Ingenieurin im Labor Elektrotechnik. Gerne gibt sie ihre Technik-Begeisterung an junge Menschen weiter, sei es an Praktikantinnen oder auch im Verwandten- und Bekanntenkreis. Als Mutter zweier Söhne, sie sind 15 und sieben Jahre alt, setzt sie sich erfolgreich mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf auseinander. Auch im Privaten steht die Nachhaltigkeit im Vordergrund: Ihr Haus gestalteten sie und ihr Mann schadstoffarm und energieeffizient. Feray Elbaylar fühlt sich nach eigenen Worten "sehr geehrt", als 'OWL-Ingenieurin des Jahres 2012' ein Vorbild für den weiblichen ingenieurtechnischen Nachwuchs zu sein.

Trotz steigender Zahl weiblicher Studierender in den Ingenieurswissenschaften, sind Frauen in diesem Berufsfeld nach wie vor deutlich unterrepräsentiert. Eine der Ursachen für die nachrangige Wahl des Ingenieursberufes von jungen Frauen sei die fehlende Präsenz von Vorbildern, meint der VDI. "Mit dem Preis 'OWL-Ingenieurin des Jahres' möchten wir Ingenieurinnen in die Öffentlichkeit bringen und auf diese Weise weibliche Vorbilder für den Ingenieurberuf aufzeigen", so Mirjana Strahinovic.

Die Preisverleihung fand im Unternehmen Delta Energy Systems in Soest statt, einem Kernunternehmen des Spitzenclusters it's OWL - Intelligente Technische Systeme OstWestfalenLippe, bei dem die OWL-Ingenieurin des Vorjahres, Eva Härmens, arbeitet. Den Auftakt machte die Festrednerin Dr. Nanna Rapp, Bereichsleiterin Operational Efficiency der E.ON AG in Düsseldorf und Sprecherin des E.ON-Netzwerks Frauen in Führungspositionen (FINE), mit einem Vortrag zum Thema "Funktioniert Frauenförderung?".