Bielefeld (fhb). Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben es eigentlich schon immer gewusst. Jetzt gibt es endlich ein Logo als Anerkennung, das künftig werbend für die Fachhochschule Bielefeld eingesetzt werden darf und auf eines ihrer Profilmerkmale hinweist: ‚audit familiengerechte hochschule‘. Die Hochschule ist jetzt offiziell als „familienfreundlich“ zertifiziert. Und sie werde alles daran setzen, so ihre Gleichstellungsbeauftragte Hildegard Schumacher-Grub, den Prozess einer umfassend verstandenen familiengerechten Hochschule voranzutreiben: „Die Auszeichnung beflügelt uns.“
Mit dem ‚audit familiengerechte hochschule‘ will die verleihende berufundfamilie gGmbH ein Managementinstrument zur familiengerechten Gestaltung der Arbeits- und Studienbedingungen an Universitäten und Fachhochschulen anbieten. Die Notwendigkeit einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie zeige sich im Hochschulbereich auf besondere Weise, heißt es auf der Homepage der Stiftung, denn hier gelte es nicht nur familiengerechte Arbeitsbedingungen für die Hochschulangestellten zu schaffen, „sondern auch familiengerechte Studienbedingungen für die Studierenden zu gewährleisten“.
Und da tut sich einiges an der Hochschule mit ihren rund 8.400 Studierenden und 560 Mitarbeitenden in Lehre, Forschung und Verwaltung. So wird zum Beispiel Studierenden in den Verbundstudiengängen samstags eine Betreuung ihrer Kinder angeboten, und es gibt eine betriebseigene Kindertagesstätte mit verlängerten Öffnungszeiten. Zudem wird während der Schulferien zur besonderen Kinderbetreuung eingeladen. Dass die Hochschule über ihre familienfreundlichen Zusatzangebote regelmäßig per Newsletter informiert und Publikationen wie etwa die Broschüre „Studieren mit Kind“ und „Beruf und Familie für Mitarbeiter/innen der Hochschule“ neu auflegt, hebt die mit der Zertifizierung betraute Agentur anerkennend hervor.
Die Hochschule verstehe sich „in Bewegung“, plane mehr, so Schumacher-Grub, die als Projektleiterin am Zertifizierungsprozess beteiligt war: „Wir wollen intern und extern kommunizieren, dass es an unserer Hochschule auch für Führungskräfte individuelle Lösungen gibt, mittels derer die Vereinbarkeit von Beruf und Familie unterstützt wird.“ Die Möglichkeiten zum Teilzeit- und Verbundstudium sollen ausgeweitet und eine zentrale Dienstvereinbarung zur Gleitzeit soll erarbeitet werden. Zudem werde die „familienfreundliche Ausrichtung der Hochschule in das Leitbild der Hochschule integriert“, so die Gleichstellungsbeauftragte.
Drei Jahre darf die Hochschule mit dem Zertifikats-Label, das europaweit als Signet geschützt ist, werben. Danach wird im Rahmen der Re-Auditierung überprüft, inwieweit die gesteckten Ziele erreicht worden sind und welche weiterführenden Ziele zu vereinbaren sind. Am 11. Juni 2012 wird das Zertifikat in Berlin im Rahmen einer großen Veranstaltung unter der Schirmherrschaft der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und des Bundesministers für Wirtschaft und Technologie offiziell überreicht.
Zehn Tage später wird Hildegard Schumacher-Grub an der FH Bielefeld das Symposium „Verantwortung gemeinsam tragen – die Pflege von Angehörigen“ eröffnen. Eine interne Ko-Produktion mit der Lehreinheit ‚Pflege und Gesundheit‘, um die vielfältigen Verbindungen ins Bewusstsein zu rücken, die Beruf und Familienleben entscheidend prägen. Auch das gehört zum Informations-Angebot einer familiengerecht und -freundlich handelnden Hochschule.
Kurzporträt FH Bielefeld 'audit familiengerechte hochschule'