Bielefeld (fhb). Die erste Mentorenqualifizierung zum "Forschenden Lernen" an der Lehreinheit Pflege und Gesundheit der Fachhochschule Bielefeld ist erfolgreich zu Ende gegangen. Rund 35 Mentorinnen und Mentoren von kooperierenden Schulen aus dem Gesundheitswesen haben den vierten Baustein am Freitag, 20. Juni, abgeschlossen. Sie wurden geschult, wie sie Studierende im Rahmen ihrer Praktika bei kleinen Forschungsprojekten unterstützen können, diese zu entwickeln und durchzuführen. Die Veranstaltung wurde von Prof. Dr. Ulrike Weyland, Karin Böhmker, Martha Jopt und Danica Rehse konzipiert und organisiert.
"Forschendes Lernens" verfolgt die Idee einer guten Lehrerausbildung. Es zielt auf die theoriegeleitete Erforschung der beruflichen Praxis von Lehrkräften ab. Dabei erfolgt eine Verknüpfung von Praxis- und Forschungsorientierung mit Blick auf das spätere berufliche Handlungsfeld.
Der erste Baustein der Mentorenqualifizierung startete im Oktober 2013. Dort wurde den Teilnehmerinnen und Teilnehmern das Konzept des "Forschenden Lernens" fundiert vorgestellt und anhand eines praktischen Beispiels verdeutlicht. Im zweiten Baustein beschäftigten sich die Mentorinnen und Mentoren damit, welche Ziele sie mit diesem Konzept an der eigenen Schule erreichen könnten, nämlich die Förderung professioneller Unterrichtswahrnehmung. "Die Fähigkeit, Unterricht professionell erfassen und analysieren zu können, ist ein wesentlicher Bestandteil von Lehrerexpertise. Im Studium müssen hierzu bereits früh die notwendigen Grundlagen vermittelt werden", sagte Weyland. Studierende sollten sich der Notwendigkeit und Entwicklung dieser Fähigkeiten früh bewusst werden, so Weyland weiter. Sie ist als Professorin der Lehreinheit zuständig für das Lehrgebiet Pädagogik, insbesondere Berufspädagogik für Gesundheitsberufe und Pädagogische Psychologie und beschäftigt sich bereits seit vielen Jahren mit dem Ansatz des "Forschenden Lernens" in Lehre und Forschung.
Der dritte und vierte Qualifizierungsbaustein konzentrierte sich auf konkrete Übungen zur Unterrichtsbeobachtung. Die Mentorinnen und Mentoren erhielten die Möglichkeit, anhand konkreter Aufgabenstellungen Unterrichtsausschnitte zu erfassen und zu analysieren. Im Schwerpunkt richteten sich die Beobachtungsaufträge auf den in empirischer Hinsicht wichtigen unterrichts- und lernrelevanten Aspekt "Was sind gute Lehrerfragen"? Hierzu wurde mittels verschiedener Instrumente und anhand von Unterrichtsvideos geübt.
"Die Rückmeldungen seitens der Mentorinnen und Mentoren zeigen, dass diese Qualifizierungsmaßnahme einen großen Erfolg hat", berichtet Weyland. So sei nicht nur der eigene Lerngewinn zum "Forschenden Lernen" positiv herausgestellt worden, sondern auch, dass man besser auf die Begleitung der Studierenden vorbereitet sei. "Es ist außerordentlich erfreulich, dass nahezu alle Mentoren und Mentorinnen eine Fortsetzung dieser Maßnahme wünschen", so Professorin Weyland. Aufgrund der großen Resonanz und Nachfrage denkt die Lehreinheit Pflege und Gesundheit darüber nach, den Qualifizierungsworkshop zu wiederholen und fortzusetzen.
Text: Lehreinheit Pflege und Gesundheit