26.04.2012

Girls'Day, Boys'Day, zdi-Schülerlabor: Erfolgsrezepte aus Bielefeld

Kompetenzzentrum Technik - Diversity - Chancengleichheit organisiert bundesweit / NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze zu Gast.

Bielefeld (fhb). Svenja Schulze, die Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen, informierte sich heute anlässlich des Girls' Day und des Boys' Day über diese beiden bundesweiten Aktionstage, die in Bielefeld ins Leben gerufen wurden. Von hier aus koordiniert das Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V., ein so genanntes An-Institut der Fachhochschule Bielefeld, seit zwölf Jahren bundesweit den Girls' Day und seit nunmehr zwei Jahren den Boys' Day.

Rund 115.000 Mädchen und 33.500 Jungen der Jahrgangsstufen 5 bis 10 nutzten in diesem Jahr den Tag, um sich einerseits über Naturwissenschaft und Technik, andererseits zum Beispiel über Berufe und Ausbildung im sozialen und pflegerischen Bereich zu informieren. Ministerin Schulze: "Ressourcenschonung, Energiewende, Globalisierung, Armutsbekämpfung - für die Herausforderungen unserer Zeit brauchen wir mehr gut ausgebildete und engagierte Nachwuchskräfte." Um diese Ziele zu erreichen, müsse die Zahl der Mädchen und jungen Frauen im technisch-naturwissenschaftlichen Berufen "erheblich erhöht werden". Schulze weiter: "Hierfür steht das Team des Bielefelder Kompetenzzentrums wie keine zweite Einrichtung in ganz Deutschland."  

Der Verein hat einzigartige Initiativen entwickelt, um die Potenziale von Frauen und Männern in allen gesellschaftlichen Bereichen zu fördern, etwa das Netzwerk Neue Wege für Jungs, Komm, mach MINT. - Nationaler Pakt für Frauen in MINT-Berufen oder gemeinsam mit Partnern in der Region die Kompetenzwerkstatt MINT-Frauen in OWL. Prof. Barbara Schwarze, die Vorsitzende des Vereins: "Unsere Aufgabe ist es, die Zukunft zu gestalten und Kompetenzen aller zu nutzen. Nur wer es in Hochschule und Wirtschaft schafft, Vielfalt als Erfolgsfaktor kreativ einzubinden, wird qualifizierten Nachwuchs gewinnen und die eigene Innovationskraft stärken."

Als ein Ergebnis der erfolgreichen Kooperation mit der FH Bielefeld wurde der Ministerin der Boys' Day-Leitfaden für Hochschulen überreicht. Birgit Kampmann Geschäftsführerin des Kompetenzzentrums, meinte dazu: "Durch die Anbindung an die FH Bielefeld, ihre sehr aktive Gleichstellungsbeauftragte Hildegard Schumacher-Grub und die jahrelange Erfahrung mit Aktionen für Jungen im Rahmen des Netzwerks 'Neue Wege für Jungs' war dieser Impuls für Hochschulen bundesweit möglich."

Schon vor neun Jahren hatte Schumacher-Grub erstmals konkrete Überlegungen, mit dem Boys' Day ein Pendant zum Mädchentag einzuführen, um über jungen-ferne Ausbildungs- und Berufsbereiche zu informieren und dafür Interesse zu wecken. Der jetzt erstellte, zehn Seiten starke Online-Leitfaden will Türen öffnen zu Berufen, "die traditionell kaum zum Spektrum männlicher Interessen gehören". Es gehe um eine "perspektivische Erweiterung von Modellen in einer Entwicklungsphase, in der Berufswünsche mehr und mehr tradierten gesellschaftlichen Erwartungen angepasst werden", so Hildegard Schumacher-Grub, die im vergangenen Jahr ein erfreuliches Ergebnis festhalten konnte: "Jungen am Boys'Day haben eine hohe Bereitschaft, sich mit gendersensibler Berufs- und Lebensplanung auseinanderzusetzten, auch mit dem Thema Hausarbeit." 6.000 Jungen hatten damals geantwortet.

Ministerin Schulze nutzte ihren Aufenthalt an der FH, um sich ausführlich über die Girls' Day-Aktivitäten des zdi-Schülerinnen- und Schülerlabors 'experiMINT' zu informieren. Das Labor, geleitet von Prof. Dr. Joachim Waßmuth vom Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik, hat sich das Motto 'Experimentieren - Anfassen - Fragen stellen' gegeben. Es vermittelt Einblicke in Forschung und Technik und will aktive Nachwuchsförderung betreiben. Wasmuth: "Hier können Jugendliche die eigenen Experimentierfähigkeiten erfahren und ausprobieren und mit Spaß die so genannten MINT-Fächer, nämlich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, kennenlernen." Es gehe nicht ums bloße Pauken von Lerninhalten, "sondern wir wollen mit dem Schülerlabor neugierig machen auf die MINT-Welt und Kreativität fördern", so Ingenieur Waßmuth.  

Die Ministerin lobte das Engagement der FH Bielefeld in Sachen Nachwuchsförderung ausdrücklich: "Das zdi-Schülerlabor 'experiMINT' ist eines der aktivsten zdi-Labore in ganz NRW und setzt mit seinen Angeboten Maßstäbe", so Svenja Schulze.

An der FH Bielefeld beteiligten sich mehrere Fachbereiche in Minden und Bielefeld mit Angeboten am Girls' Day (Siehe auch weiterer Bericht auf dieser Homepage). Rund 170 Schülerinnen und Schüler machten mit. Der Fachbereich Sozialwesen nahm unter dem Motto 'Neue Wege für Jungs' am Boys' Day teil. Ein Thema: "Eigentlich wollte ich Fußballprofi werden..."