20.02.2012

Happy Birthday ERASMUS

Antrag für Regionalkonferenz zum ERASMUS-Jubiläum bewilligt.

Bielefeld (fhb). Grenzen überwinden und den Gedanken der Europäischen Union leben - das ist das Ziel von ERASMUS. Das weltweit erfolgreichste Austauschprogramm für Studierende feiert in diesem Jahr seinen 25. Geburtstag. Das Jubiläum wird mit Informationsveranstaltungen der Mitgliedsstaaten gefeiert, darunter neun Regionalkonferenzen in Deutschland. Ein Konzept für die Konferenz in Ostwestfalen-Lippe (OWL) reichte ein Konsortium bestehend aus sechs Hochschulen der Region ein. Dieses wurde jetzt vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) bewilligt.

Die Regionalkonferenz ist ein Gemeinschaftsprojekt des DAAD sowie der OWL-Hochschulen FH Bielefeld, Universität Bielefeld, Fachhochschule des Mittelstands (FHM) Bielefeld, Hochschule Ostwestfalen-Lippe, Hochschule für Musik Detmold und Universität Paderborn. Unter dem Motto "Praktika im EU-Raum & Employability" wollen sie gemeinsam am 27. September 2012 die Ziele und Erfolge von ERASMUS bekannt machen und für das Lernen und Lehren im Ausland werben.

Laut Barbara Lawatzki vom Akademischen Auslandsamt der FH Bielefeld sollen mit der Veranstaltung vor allem lokale und regionale Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Wirtschaft erreicht werden: "Wir wollen dafür werben, dass große Unternehmen der Region an ihren Standorten im Ausland und bei Wirtschaftspartnern im europäischen Raum mehr Praktikumsplätze für deutsche ERASMUS-Studierende anbieten. Außerdem sollen auch im Inland mehr Plätze für ausländische ERASMUS-Studierende geschaffen werden."

Dass es für die hochqualifizierten Fachkräfte von morgen wichtig sei, Erfahrungen im Ausland zu sammeln, hätten die Unternehmen längst erkannt. "Bei Bewerberinnen und Bewerbern wird heutzutage viel Wert auf Selbstbewusstsein, Anpassungsfähigkeit und sehr gute Sprachkenntnisse gelegt. Alles Kompetenzen, die Studierende während eines Auslandsaufenthaltes entwickeln können", sagt Barbara Lawatzki. Fordern funktioniere aber nicht ohne Fördern. Deshalb soll im Rahmen der Regionalkonferenz bei Unternehmerinnen und Unternehmern dafür geworben werden, selbst verstärkt zum Studierendenaustausch über ERASMUS beizutragen.

Im Zentrum der Regionalkonferenz wird eine Podiumsdiskussion in der Halle der Universität Bielefeld sein. Studierenden sowie Vertreterinnen und Vertreter der Unternehmen und Hochschulen sprechen über die Internationalität der Wirtschaft in OWL. So erklären sie, wie Unternehmen die Internationalität von Mitarbeitern und Studierenden fördern und was Studierende tun können, um sich Vorteile auf dem Arbeitsmarkt zu verschaffen.

Geplant sind außerdem Vorträge über ERASMUS-Aktivitäten an den Hochschulen. Zudem sollen deutsche und ausländische Studierende über ihre Erfahrungen im Ausland berichten. Auch eine ERASMUS-Meile mit Informationsständen der Städte und Hochschulen, Erfahrungsberichten der Studierenden, Praktikumsbörse, Fotoausstellung sowie Beiträgen von Theatergruppen und Musikern sieht das Konzept vor.

Hintergrund: 25 Jahre ERASMUS

Knapp drei Millionen Studierende finanzierten bisher dank der ERASMUS-Stipendien ihren Studien- oder Arbeitsaufenthalt im Ausland. Allein im Studienjahr 2010/2011 haben 30.000 junge Menschen aus Deutschland Zeit im Ausland verbracht. Neben Studierenden vermittelt das Programm auch Lehrende der Hochschulen ins Ausland und fördert Praktika in ausländischen Unternehmen. Am Austausch beteiligen sich alle 27 EU-Länder sowie Kroatien, Island, Liechtenstein, Norwegen, die Schweiz und die Türkei. Die beliebtesten Ziele der Studierenden sind Spanien, Frankreich, Großbritannien, Italien und Deutschland. Von 2007 bis 2013 stellt ERASMUS rund drei Milliarden Euro an EU-Mitteln bereit. Ein Student bezieht im Ausland rund 206 Euro pro Monat, Praktikanten werden mit 352 Euro unterstützt. Das Geld kommt ausschließlich aus dem EU-Budget. Der deutsche Staat unterstützt die Studierenden häufig noch zusätzlich mit Ausland-BAföG.

Die EU-Kommission schlägt vor, in Zukunft noch mehr Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit ERASMUS zu fördern. Dafür sollen alle bestehenden internationalen und EU-Programme für Bildung, Jugend und Sport zusammengefasst werden. So können Finanzhilfen leichter beantragt werden und Doppelarbeit wird verhindert. Dank des neuen Konzeptes sollen bis zu fünf Millionen Menschen - fast doppelt so viele wie derzeit - die Möglichkeit erhalten, im Ausland zu studieren, zu lehren oder eine Schulung zu absolvieren. Um diese Ziele zu erreichen, will die Kommission zwischen 2014 und 2021 bis zu 19 Milliarden Euro ausgeben.

Weitere Informationen zum ERASMUS-Programm finden Sie hier.