Anrechenbarkeit beruflicher Kompetenzen für das Studium
Projekte der FH Bielefeld mit 815.000 Euro gefördert.
Berufserfahrung soll künftig auch für ein Hochschulstudium zählen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die Durchlässigkeit der Bildungswege mit rund 5,3 Millionen Euro. Aus dem Antragsverfahren ging die Fachhochschule (FH) Bielefeld besonders erfolgreich hervor, denn zwei von bundesweit 11 bewilligten Projekten entfielen alleine auf die FH Bielefeld mit ihren Fachbereichen Wirtschaft sowie Pflege und Gesundheit. Die Fördersumme beträgt für einen Zeitraum von 28 Monaten insgesamt rund 815.000 Euro. Qualifikationen aus der beruflichen Aus- und Weiterbildung sowie der Berufspraxis sollen in das an Hochschulen verwendete europäische Leistungspunktesystem (ECTS) umgerechnet und bei Aufnahme eines Hochschulstudiums auf die Studienzeit angerechnet werden. Studienzeiten können auf diese Weise deutlich verkürzt werden. "An der FH Bielefeld werden die Kompetenzen in den zukünftig stark an Bedeutung zunehmenden Pflegeberufen sowie ausgewählten kaufmännischen Berufe mit fachlich ähnlichen Studiengängen verglichen", so Prorektor Dr. Uwe Rössler, "und die Forschungsprojekte werden durch ein Netzwerk von Praxispartnern intensiv begleitet."
Das Projekt des Fachbereichs Wirtschaft, Projektleitung Professor Dr. Axel Benning, wird für den Bereich der beruflichen Fortbildung mit den Abschlüssen Technische Betriebswirtin/Technischer Betriebswirt IHK, Industriefachwirtin/Industriefachwirt, Bilanzbuchhalterin/Bilanzbuchhalter und Controllerin/Controller IHK ein gestuftes Rahmensystem von Qualifikationen entwickeln, das mit Vertretern der Berufspraxis, Vertretern der beruflichen Fort- und Weiterbildung, Vertretern der Arbeitgeber und Ministerium abgestimmt wird.
Projektleiterin Professorin Dr. Barbara Knigge-Demal, Fachbereich Pflege und Gesundheit analysiert die drei Berufsgruppen Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege sowie Altenpflege hinsichtlich der Anrechenbarkeit von beruflich erworbenen Kompetenzen auf den Bachelor-Studiengang Pflege- und Gesundheit. Untersucht werden die Fort- und Weiterbildungen Pflegedienstleistung für die Gesundheits-, Kranken- und Kinderkrankenpflege, Pflegedienstleistung für Einrichtungen der Altenhilfe, Wohnbereichs- bzw. Stationsleitung und Weiterbildung zur Fachkraft Gerontopsychiatrie.