17.07.2008

FH Bielefeld baut Duales Studium aus

Die Fachhochschule (FH) Bielefeld baut zum kommenden Wintersemester 2008/2009 ihr Angebot an dualen Studiengängen in den Ingenieurwissenschaften aus.

Die Fachhochschule (FH) Bielefeld baut zum kommenden Wintersemester 2008/2009 ihr Angebot an dualen Studiengängen in den Ingenieurwissenschaften aus. Zusätzlich zur Kooperativen Ingenieurausbildung, die Berufsausbildung und Studium eng verknüpft, bietet die FH Bielefeld als einzige Hochschule in Ostwestfalen-Lippe den berufsbegleitenden Verbundstudiengang Maschinenbau an. Studierende können jetzt neben einer Vollzeitarbeitsstelle den Abschluss Bachelor of Engineering erwerben. Der neue Verbundstudiengang Maschinenbau wurde nach dem Konzept Blended Learning entwickelt. Das theoretische Fachwissen eignen sich die Studierenden durch Lernbriefe im Selbststudium an, Lehrveranstaltungen finden während des Semesters im Block statt und alle zwei Wochen ist jeweils samstags ein Präsenztag in der FH Bielefeld. Der neue Studiengang richtet sich an Techniker oder Meister, aber auch an Auszubildende mit Fachhochschulreife oder Abitur. "Die Unternehmen möchten ihre bewährten Mitarbeiter halten. Auszeiten aufgrund eines Studiums stellen vor allem kleine und mittlere Unternehmen vor Probleme", weiß Prof. Dr. Uwe Rössler, Prorektor für Studium, Lehre und Studienreform. Die Verbindung von Studium und Beruf oder Berufsausbildung eröffne den Studierenden einen optimalen, zukunftsorientierten Bildungsweg. Für viele Studenten sei das duale Studium zudem eine gute Möglichkeit ihr Studium zu finanzieren, so Rössler. Im Bereich Maschinenbau ist ein solcher Studiengang in Ostwestfalen-Lippe bisher einmalig, so Prof. Dr. Wolf-Behrend Busch vom Fachbereich Maschinenbau. "Um auf den neuen Studiengang aufmerksam zu machen, haben wir 5000 Unternehmen angeschrieben. Die Resonanz ist sehr positiv", so Busch, der den Studiengang betreut.

Die Kooperative Ingenieurausbildung ist eine Variante des Dualen Studiums. Parallel zum Studium erwerben die Absolventinnen und Absolventen einen Abschluss in einem Technischen Ausbildungsberuf. Nicole Peitzmeier und Kira Schäfer dachten zunächst gar nicht an ein Studium. Beide hatten sich bei Miele in Bielefeld für eine Ausbildung zur Technischen Produktdesignerin beworben. "Eine Mitarbeiterin des Unternehmens hat uns auf die Möglichkeit des dualen Studiums aufmerksam gemacht", so Nicole Peitzmeier. Das Konzept überzeugte die beiden Abiturientinnen, die zum 1. August ihre Ausbildung bei Miele beginnen werden. Und im Oktober beginnt dann das Studium an der FH Bielefeld. "Man lernt nicht nur die Theorie, sondern verfügt durch die Ausbildung auch über praktische Erfahrung. Das ist für den Berufseinstieg als Ingenieurin ein großer Vorteil", ist Kira Schäfer überzeugt. Der Bachelor-Studiengang umfasst in den ersten vier Semestern den Besuch der FH Bielefeld an vier Tagen pro Woche. Der fünfte Tag sowie die vorlesungsfreie Zeit wird auf die praktische Ausbildung verwandt. Im dritten Ausbildungsjahr wird das bereits Gelernte im Unternehmen eingesetzt, an realen Projekten vertieft und die Abschlussprüfung zum Technischen Produktdesigner/-in vor der IHK abgelegt. Das betriebliche Projekt wird im Anschluss im fünften Studiensemester ausgeweitet und mit der Bachelorthesis an der Fachhochschule beendet. Die Theorie- und Praxisphasen des dualen Studiums sind durch Ausbildungsrahmenpläne eng miteinander verknüpft und abgestimmt.