Lemgo (fhl). In der Lehre kooperieren, wo es für beiden Seiten sinnvoll erscheint, das Dienstleistungsangebot der Hochschulen für die heimische Industrie transparenter zu machen: dies sind zwei Ergebnisse eines informellen Arbeitsgespräches, zu dem sich jetzt die Rektorate der Nachbar-Fachhochschule Lippe und Höxter sowie Fachhochschule Bielefeld in Lemgo trafen. Gastgeber Rektor Prof. Tilmann Fischer: "Gemeinsam können wir in der Region noch mehr bewegen. Davon profitieren unsere Studierenden und unsere Partner in der Wirtschaft." Prof. Dr. Beate Rennen-Allhoff, Rektorin der FH Bielefeld: "Beide Hochschulen werden ihre besonderen Profile weiter ausbauen. Zu wissen, was die Nachbarn tun, und nicht mit ihnen zu konkurrieren, ist dabei eine wichtige Sache."
Es war das zweite informelle Arbeitstreffen, nachdem die Hochschulleitungen schon Ende November vergangenen Jahres erstmals in Bielefeld zusammengekommen waren. Dass diese Gespräche in loser Folge künftig regelmäßig stattfinden sollen, ist der Wunsch beider Seiten.
Da die Fachhochschulen im Lande in den kommenden Jahren mit weniger Geld auskommen müssen, gleichzeitig aber ihre Lehr- und Forschungsleistungen intensivieren sollen, sei eine Kooperation "in Bereichen, die beide Hochschulen auf der Grundlage einer partnerschaftlichen Beziehung gleichermaßen interessieren das Gebot der Stunde", so Prof. Fischer. Das gilt zum Beispiel für die Umstellung des Studienbetriebs weg von der klassischen Ausbildung an einem Fachbereich hin zur so genannten Modularisierung: jeder Studierende hat die Möglichkeit, eine ganz bestimmt Lehrveranstaltung zu besuchen, die im Studienverlaufsplan vorgesehen ist, jedoch nicht an seinem Fachbereich gelehrt wird. Wer also Maschinenbau studiert, kann durchaus eine Wirtschafts-Vorlesung belegen und bekommt - nach bestandener Klausur - einen Leistungsnachweis in Form von Kreditpunkten. Warum sollen solche Kreditpunkte nicht an der Nachbarhochschule erworben werden können, fragte sich die Rektorats-Runde und sie favorisiert "um den eigenen Hochschulstandort noch interessanter zu machen" eine Abstimmung des Lehrangebots.
Bis zum Jahre 2007 muss der gesamte Lehrbetrieb modularisiert seien, und die Studierenden werden dann mit ihrem neuen "Studienkonto-Modell" gelernt haben umzugehen. Sie werden, das darf vermutet oder gehofft werden, mehr und mehr ihren Seminar- und Vorlesungsplan mit dem kombinieren, was andernorts, aber in der Nähe, an Interessantem angeboten wird.
Es sei denkbar, so Prof. Fischer, dass schon in naher Zukunft die Vorlesungsverzeichnisse der Hochschulen auf bestimmte Kooperations-Lehrveranstaltungen des Nachbarn hinweisen und auch die Internet-Auftritte entsprechend aufbereitet werden.
Eine bessere Vermarktung ihres Leistungsangebots "durch mehr Transparenz" (Fischer) wollen die Rektorate mit der Herausgabe eines gemeinsamen Katalogs "Forschung und Entwicklung" erreichen. Vielen Unternehmen der Region, gerade den kleineren ohne eigene Entwicklungsabteilung, sei nicht bekannt, wie umfangreich und Erfolg versprechend das Transferangebot der Hochschulen sei. Das soll sich in absehbarer Zeit ändern, waren sich die Rektorate einig.
Eine bessere Vermarktung ihres Leistungsangebots "durch mehr Transparenz" (Fischer) wollen die Rektorate mit der Herausgabe eines gemeinsamen Katalogs "Forschung und Entwicklung" erreichen. Vielen Unternehmen der Region, gerade den kleineren ohne eigene Entwicklungsabteilung, sei nicht bekannt, wie umfangreich und Erfolg versprechend das Transferangebot der Hochschulen sei. Das soll sich in absehbarer Zeit ändern, waren sich die Rektorate einig.