Lars Strupeit (26) und Juris Tlatlik (24) sind die diesjährigen Preisträger des PESAG Energy Award. Die beiden Studenten an der Fachhochschule (FH) Bielefeld haben sich in ihren Diplomarbeiten am Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik mit der "Brennstoffzelle" beschäftigt. Die beiden Förderpreise, die mit 1500 Euro und mit 1000 Euro dotiert sind, wurden am 6. Juni 2002 im Historischen Museum im Ravensberger Park in Bielefeld von PESAG Vorstandssprecher Dr. Bernhard Bloemer und vom Jury-Vorsitzenden Professor Dr. Rolf Schwarze übergeben. Unter den zahlreichen Gästen aus Wirtschaft, Politik und Hochschule war auch Regierungspräsident Andreas Wiebe. Die PESAG fördert mit ihrem Energy Award Absolventen des Bielefelder Studiengangs Elektrotechnik, die sich mit dem Themenkomplex Energieeffizienz und Erneuerbare Energien aueinander gesetzt und überdurchschnittliche Diplomleistungen erreicht haben.
Brennstoffzelle: Alternatives Energiesystem mit wirtschaftlichen Lösungen
In seiner Diplomarbeit hat der erste Preisträger, Lars Strupeit, ein Simulationsprogramm zur Wirtschaftlichkeitsprüfung eines alternativen Energiesystems entwickelt. Es soll die Versorgung eines Supermarkts und eines Bürokomplexes in einer schwedischen Stadt sichern. Das Programm gestaltet das alternative Energiesystem so, dass der Betrieb möglichst effizient läuft und gleichzeitig die Kosten minimiert werden. Das Versorgungssystem besteht aus einer Photovoltaik-Anlage und einer Umwandlungseinheit, um den erzeugten Strom im Wasserstoff umzuformen. Dazu gehört außerdem eine Brennstoffzelle, die Strom und Wärme für den Gebäudekomplex liefert. Lars Strupeit hat seine Diplomarbeit bei ABB Corporate Research in Västeras, Schweden, entwickelt.
Juris Tlatlik hat sich in seiner Diplomarbeit mit der produktionstechnischen Seite der Brennstoffzelle auseinandergesetzt. Er verbesserte mit einem neu entwickelten Messverfahren die Qualitätskontrolle der produzierten Hochtemperatur-Module. Lohnenswerte Konsequenz: eine Senkung der Produktionskosten und damit eine größere Wirtschaftlichkeit. Tlatik machte seine Abschlussarbeit bei der Siemens AG in Erlangen, wo Hochtemperatur-Brennstoffzellen für die effiziente Energieversorgung von Industrieprozessen hergestellt werden.
Ostwestfalen-Lippe soll Musterregion für Energiekompetenz werden
In seinem Festvortrag zur Preisverleihung betonte Regierungspräsident Andreas Wiebe die herausragende Rolle, die Ostwestfalen-Lippe schon jetzt im stark wachsenden Wirtschaftszweig Regenerative Energien und Energieeffizienz spielt. Es böten sich auf diesem Sektor aber auch weiterhin große Chancen, die es zu nutzen gelte. Wiebe will die heimische Region zu einer "Musterregion" für Energiekompetenz entwickeln und sieht in den neuen Studienrichtungen der FH-Bielefeld einen wichtigen Beitrag dazu.
PESAG Energy Award soll auch für Energiewirtschaft in OWL werben
Mit dem Energy Award, der im vorigen Jahr erstmals vergeben wurde, will die PESAG die Zusammenarbeit zwischen der Energiewirtschaft in Ostwestfalen-Lippe und der FH Bielefeld vorantreiben. Mit dem Preis werden die zukunftsträchtigen Studienangebote der Elektrotechnik, "Regenerative Energien" und "Energiemarketing" weiter gefördert. Immerhin nimmt die FH Bielefeld auf diesem Gebiet deutschlandweit eine Vorreiterrolle ein. Mit ihrem Engagement will die PESAG auch dem großen Fachkräftemangel in der Energiewirtschaft entgegenwirken. So werden in der Branche händeringend Ingenieure gesucht, die neben den klassischen Lehrinhalten auch interdisziplinäre Fächer wie Energiewirtschaft, -marketing und -politik beherrschen. Übrigens: in Bielefeld studieren im vierten Semester 30% Frauen Elektrotechnik - ein absoluter Spitzenwert.