04.10.2012

Ins Ausland seit 25 Jahren

Hochschulen in OWL feiern den Geburtstag des europäischen Austauschprogramms ERASMUS in Bielefeld.

Bielefeld (fhb). Seit 25 Jahren profitieren Studierende in der EU vom Austauschprogramm ERASMUS, das sie zum Studieren oder für ein Praktikum ins europäische Ausland führen kann. Anlässlich des diesjährigen Geburtstags von ERASMUS hatten sich Universitäten und Fachhochschulen aus Ostwestfalen-Lippe am 28. September zu einer Regionalkonferenz in der Universität Bielefeld getroffen, um die Erfolge des Austauschprogramms in OWL zu feiern, aber auch um die Zukunftsperspektiven zu diskutieren. Vor allem die breite Öffentlichkeit zu erreichen und ERASMUS auch zukünftig über die Grenzen hinweg bekannt zu machen, ist Tenor der Konferenz, die von der Universität und der Fachhochschule Bielefeld, der Fachhochschule des Mittelstands Bielefeld, der Universität Paderborn, der Hochschule Ostwestfalen-Lippe und der Hochschule für Musik Detmold organisiert worden ist.

Das Motto des Tages lautete "Praktika im EU-Raum und Employability" (Beschäftigungsfähigkeit), unter dem verschiedene Themenblöcke mit wichtigen Vertretern von Hochschulen, Wirtschaft und Politik diskutiert wurden. Gut 80 Gäste, von ERASMUS-Koordinatoren aus ganz Deutschland, über Kolleginnen des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes (DAAD), bis zu regionalen Unternehmensvertretern, wurden über die Programme des Erasmus-Programms an den Hochschulen in OWL sowie über die tatsächlichen Karrierechancen nach einem absolvierten Austausch informiert. "Wir haben versucht, die Regionalkonferenz bunt und vielfältig zu gestalten" berichtet Barbara Lawatzki, ERASMUS-Hochschulkoordinatorin und DAAD Expertin der FH Bielefeld.

"Das Fazit lautet, dass natürlich immer noch mehr Werbung für ERASMUS gemacht werden muss, damit die Anzahl der mobil Studierenden für Studium und Praktika im Ausland noch gesteigert wird", sagt Lawatzki.

So boten die geladenen Teilnehmer der Podiumsdiskussion, Vertreter der Benteler Automobil GmbH aus Paderborn und der itelligence AG aus Bielefeld sowie von Phoenix Contact aus Blomberg, ein Beispiel dafür, wie Studierende im Idealfall ein Auslandspraktikum absolvieren können. "Für diese Unternehmen ist es kein Problem, ein Praktikum für europäische Studierende auch mal in Englisch anzubieten, was aber auch leider die Ausnahme in OWL darstellt", sagt Sandra Schoeß, ERASMUS-Hochschulkoordinatorin der FH für den Bereich Praktikum und Sprecherin für das  Konsortium Ausbildungspartnerschaft Westfalen-Lippe (AWL). Solch positive Beispiele auf der Regionalkonferenz seien aber auch deshalb wichtig, um andere Unternehmen zu motivieren, ERASMUS-Studierenden überhaupt einen Praktikumsplatz anzubieten.

"Es ist vor allem wichtig, dass ein definitives Zeitfenster geschaffen wird, in dem die Studierenden auch die Möglichkeit haben ins Ausland zu gehen", sagt Schoeß und unterstützt damit Bachelorstudiengänge wie Wirtschaftsrecht an der Fachhochschule, bei dem ein Auslandsstudiensemester fakultativ möglich ist.

Immerhin 500 Studierende der etwa 200.000 europaweiten ERASMUS-Studierenden jährlich stammen aus OWL. Aus Bielefeld haben sich im Studienjahr 2011/12 um die 200 Studierenden von FH und Universität zum Lernen oder Arbeiten ins europäische Ausland begeben.

"Wir haben auf jeden Fall viel Lob für die Regionalkonferenz von unseren ERASMUS-Kollegen bekommen", erzählt Barbara Lawatzki. Wie sich das Austauschprogramm ERASMUS in den nächsten 25 Jahren entwickelt, wird die neue EU-Programmgeneration 2014 bis 2020 zeigen. Weiter im Vordergrund soll hier die Studierendenmobilität stehen. Es soll aber auch mehr auf strategische Partnerschaften geachtet werden und europäische Drittländer ins ERASMUS-Programm aufgenommen werden. "Wir sind sehr gespannt auf die neue Programmgeneration", berichtet Lawatzki.