Bielefeld (fhb). Im Isthmus von Tehuantepec, dem schmalste Landgrat Mexikos, wo nur rund 200 Kilometer den Golf von Mexiko vom Pazifik trennen und wo der Übergang von Nord- nach Mittelamerika geografisch vollzogen wird, genau hier verbringen seit 12 Jahren Studierende des Fachbereichs Sozialwesen der FH Bielefeld ihre Praktikums- und auch Forschungszeit. Die Region wird geprägt von Menschen unterschiedlicher ethnischer Herkunft, die ihre eigenen Sprachen sprechen und Gewohnheiten pflegen. Mixe, Huave und Chol leben gemeinsam mit der dominierenden Ethnie der Zapoteken und der mestizischen Minderheit in einer abgelegenen Gegend. Ein hoch-interessantes Betätigungsfeld für Studierende, um interkulturelle Kompetenzen auszubilden.
Diesen Sommer haben bislang drei Studierende im Isthmus von Tehuantepec ihr Praktikum absolviert. Nese Mutlu (Studiengang Pädagogik der Kindheit) hat im Kinderheim Pimpollo in Juchitán gearbeitet, Christine Zacher (Soziale Arbeit) war in der Schule für Kinder, die "besondere Aufmerksamkeit" benötigen, so der Sprachgebrauch in Mexiko. Die Dritte im Bunde, Beata Bunecki (Soziale Arbeit), war Gast in der Herberge für Migranten in Ixtepec, die von dem bekannten Menschenrechtler Padre Solalinde gegründet wurde und in der die Migranten aus Mittelamerika auf ihrer Reise in die USA Zuflucht finden.
Prof. Dr. Cornelia Giebeler, die am Fachbereich Sozialwesen ‚Sozial- und erziehungswissenschaftliche Theorien und Methoden‘ lehrt, begleitete die Studentinnen nach Mexiko und war auch deshalb nach Mittelamerika gereist, um eigene Forschungsvorhaben auf den Gebieten ‚Global Social Work, Interkulturalität und Ethnizität‘ weiterzuführen und Kooperationen zu vertiefen. Zudem stand die Teilnahme – inklusive Vortrag und Panel-Präsentation - am Kongress der "Internationalen Association für Interkulturelle Studien" im mexikanischen San Christobal auf ihrem Programm.
Auch im nächsten Semester werden wieder Studierende des Fachbereichs „nach gründlicher Vorbereitung“, so Giebeler, in diese Region gehen und ihr Praktikum absolvieren. Außerdem ist es möglich, an der Universidad Autonoma Pédagogica Ixtepec zu studieren. Noch in diesem Monat fliegt die Studierende Sarah Möbius für ein Jahr in die Region und wird in der Herberge für Migranten arbeiten und gleichzeitig an der Uni studieren.
Gute Praktikums- und Studienmöglichkeiten bestehen auch in Ekuador und Chile. Prof. Giebeler: „Interessierte, auch für viele andere Arbeitsfelder, sind in dem P2-Projekt herzlich willkommen.“ Die Vorbereitung umfasst Sprachkompetenz, interkulturelle Kompetenz, Regionenkenntnis, amerikanische Geschichte und Politik sowie forschungsmethodische Grundkompetenzen.