Wenn einer eine Reise macht, dann kann er viel erzählen! So auch die drei Studierenden Michael Schneider, Thomas Zirk und Sebastian Jungfermann (alle Studiengang Elektrotechnik), die in einem Workshop des Praxisbüros über ihr Auslandssemester bzw. Auslandspraktikum berichteten. Michael Schneider (27 Jahre alt) absolvierte sein Auslandssemester an der PartnerUniversität in Jyväskylä in Finnland. Sebastian Jungfermann (26 Jahre alt) war für 8 Monate in Australien mit anschließendem Kurztrip in Neuseeland. Eine etwas andere Erfahrung hat Thomas Zirk (25 Jahre alt) gemacht. Er war seit Juli 2009 für die Igel Elektronik GmbH in der Vertriebsniederlassung in Dubai in den Arabischen Emiraten.
Michael Schneider (27 Jahre alt) absolvierte sein Auslandssemester an der PartnerUniversität in Jyväskylä in Finnland. Den Platz bekam er über das Akademische Auslandsamt. Zunächst musste er ein Motivationsschreiben verfassen und ein sogenanntes Learning Agreement abgeben. In dem Learning Agreement wird vor dem Auslandsaufenthalt definiert, welche erfolgreich absolvierten Module im Ausland später anerkannt werden können. "Mir hat es sehr gut an der Universität in Finnland gefallen und die Ausstattung dort ist vorbildlich. Es gibt dort viel Gruppenarbeit und jeder Studierende hat einen eigenen PC." An der Universität belegte er Kurse in Spanisch und Finnisch sowie User Centred Design Project und Ergonomics.
Am Studienort wohnte Michal Schneider in einer WG und konnte so schnell andere Studierende kennen lernen. "Das Auslandssemester war eine super Erfahrung für mich. Es gibt dort 400 Auslandsstudierende aller Nationalitäten. Ich konnte viele eigene Vorurteile gegenüber anderen Kulturen abbauen". Neben der Verbesserung der Englischkenntnisse sieht er für sich, dass er seine Persönlichkeit weiter entwickelt konnte.
Sebastian Jungfermann (26 Jahre alt) war für 8 Monate in Australien mit anschließendem Kurztrip in Neuseeland. Er besuchte dort die Universität S.A. in Adelaide. "Wichtig ist es sich rechtzeitig zu bewerben und stets am Ball zu bleiben. Denn es ist schon ein großer Aufwand, so eine Unternehmung zu planen." Dabei behilflich ist die Organisation goAustralia, die die Studierenden kostenlos unterstützt. Das Ganze ist weiter mit einem erheblichen finanziellen Aufwand verbunden, da die Universitäten in Australien hohe Studiengebühren erheben. In Australien angekommen, hat Sebastian Jungfermann zunächst eine Woche in einem Hostel gewohnt und sich von dort aus eine WG gesucht. Dort lebte er mit Menschen aus vier unterschiedlichen Nationen zusammen.
An der Universität hat er Kurse Mechatronics2, Civil Engineering Practice und Renewable Energy Systems belegt. Er musste dort regelmäßig Präsentationen halten, Zeichnungen abgeben und Assessments ablegen, ganz anders als in Deutschland. "Es war nicht immer ganz einfach, hat aber inhaltlich sehr viel gebracht", so Jungfermann. "Auch die Erfahrung einfach Englisch zu sprechen und die Angst, etwas Falsches zu sagen, zu überwinden ist gut." Er hat erlebt, dass die Menschen in Australien -anders als in Deutschland -sehr locker im Umgang und nicht so engstirnig sind. Auch die unendlich weite Landschaft und die Natur haben ihn sehr beeindruckt. Für Sebastian Jungfermann war es "die beste Zeit meines Lebens. Ich wollte eigentlich schon seit meinem 17. Lebensjahr einmal nach Australien reisen und ich sagte mir, wenn nicht jetzt, wann dann!"
Eine etwas andere Erfahrung hat Thomas Zirk (25 Jahre alt) gemacht. Er war seit Juli 2009 für die Igel Elektronik GmbH in der Vertriebsniederlassung in Dubai in den Arabischen Emiraten. Die Igel Elektronik GmbH hat weltweit 100 Mitarbeiter mit Produktionsstätten in Hannover und Sendenhorst. Thomas Zirk arbeitet schon seit längerer Zeit als Werkstudent in Sendenhorst. Sein Chef fragte ihn, ob er sein Praxissemester in Dubai absolvieren möchte, und diese Herausforderung nahm er gern an. In Dubai war er für den gesamten technischen Vertrieb des Unternehmens im mittleren Ostens verantwortlich und jede Woche in einem anderen Land.
Zu seinem Aufgabengebiet gehörten neben dem Technischen Vertrieb auch Inbetriebnahmen sowie Projektierungen von Neuanlagen aber auch Erweiterungen von bestehenden Systemen.
Untergebracht war er in einem kleinen Haus welches er allein bewohnte. "Nicht ganz einfach waren für mich die klimatischen Bedingungen dort. Im Sommer waren es 55 Grad C mit 100 % Luftfeuchtigkeit, im Oktober waren die Temperaturen mit 30 - 35 Grad C hingegen sehr erträglicher."
Thomas Zirk kann jedem Studierenden ein Auslandspraktikum nur empfehlen, da man seine fachlichen und interkulturellen Kompetenzen erweitert. "Man wird weltoffener und es macht einem im Laufe des Aufenthalts nichts mehr, mit Händen und Füßen zu kommunizieren. Ich würde das Praktikum in jedem Fall wiederholen."
Der erste Schritt Richtung Auslandsaufenthalt:
Studierende im Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik können sich Unterstützung für ihre Praktika im Praxisbüro der FH Bielefeld holen. "Wir organisieren jedes Semester Veranstaltungen zum Thema Auslandsstudium bzw. Praktikum. Gerade die Erfahrungsberichte von Studierenden sind eine sehr gute Motivation für nachfolgende Studierende und man bekommt gute Insidertipps," so Brigitte Böwingloh vom Praxisbüro.
Bei Auslandsaufenthalten hilft natürlich auch das Akademische Auslandsamt (International Office) der FH Bielefeld.