07.10.2004

Internationale Forschungskooperation “High Performance Computing” gegründet

Kooperation zwischen der FH Bielefeld  und der Iowa State University.

"Ohne den Einsatz von Hochleistungsrechnern hätte es viele wissenschaftliche und technische Errungenschaften niemals gegeben - die Berechnung von Klima- und Wettermodellen beispielsweise oder die Vorhersage von Materialeigenschaften und die Simulation von Crash-Tests können heutzutage nur noch mit Hilfe von Supercomputern bewältigt werden", so Professor Dr. Christian Schröder, der seit diesem Wintersemester am Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik der Fachhochschule (FH) Bielefeld lehrt. Professor Schröder forscht seit vielen Jahren auf dem Gebiet des "High Performance Computing", d.h. dem wissenschaftlichen Rechnen auf Hochleistungsrechnern, bei denen manchmal tausende von Prozessoren zu Supercomputern zusammengeschaltet sind, um komplexe mathematische Probleme zu lösen.

Die Fragestellungen mit denen er sich beschäftigt, umfassen dabei ein weites Feld von der Grundlagenforschung im Bereich des Nanomagnetismus bis hin zur angewandten Forschung, z.B. der Entwicklung paralleler Software und effizienter Algorithmen. Dr. Schröder arbeitet hierbei im Rahmen internationaler Kooperationen mit Wissenschaftlern aus Deutschland, England, Japan und den USA zusammen.

Entstanden ist in diesem Semester eine Kooperation der besonderen Art mit der US-amerikanischen Iowa State University. Nach Abschluss seines Studiums der Informationstechnik arbeitet der "frisch gebackene" Diplom-Ingenieur André Wehe an der Iowa State University im Rahmen einer kooperativen Promotion in der Forschungsgruppe von Professor Dr. Glenn Luecke, der Professor für Mathematik und gleichzeitig Direktor der Forschungsgruppe "High Performance Computing" an der Iowa State University ist. André Wehe hat sich im Rahmen seiner Diplomarbeit, geschrieben bei Professor Dr. Schröder, gezielt mit einer Problematik aus unserer Forschungskooperation auf seine neue Aufgabe vorbereitet. In einem gemeinsamen Projekt sollen innerhalb der nächsten drei Jahre weiterführende Arbeiten gemeinsam mit namhaften amerikanischen Forschungseinrichtungen und Industrieunternehmen durchgeführt werden. "Unser Ziel ist neben der gemeinsamen Durchführung von umfangreichen Forschungsprojekten vor allem auch die Vertiefung der beiderseitigen kulturellen Beziehungen mit dem langfristigen Ziel der Partnerschaft beider Hochschulen.", so Dr. Schröder, der auch Mitinitiator der Kompetenzplattform "Vernetzte Simulationen" an der FH Bielefeld ist.

Vita Professor Dr. Christian Schröder
Vor seiner Berufung an die FH Bielefeld befasste sich Dr. Schröder am Ames Laboratory in Ames, Iowa/USA mit der Erforschung der physikalischen Eigenschaften magnetischer Moleküle. Seine wissenschaftliche Laufbahn begann der theoretische Physiker mit einem Stipendium an der Universität Osnabrück, Promotion 1999. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter in den Philips Forschungslaboratorien in Hamburg beschäftigte er sich mit der medizinischen Bildverarbeitung in der Computer- und Kernspintomographie. Nach einem Wechsel zur Telelogic Deutschland GmbH arbeitete Dr. Schröder als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Berater im Bereich der Entwicklung Verteilter Systeme und der Modellierung von Softwaresystemen.