19.01.2009

Studieren und Arbeiten im Ausland

Zwei Studierende und ein Absolvent der FH Bielefeld berichten über ihre Auslandsaufenthalte.

Das Fernweh packt viele, doch nicht alle wagen den Schritt ins Ausland. Dabei ist das Studium manchmal die einzige Gelegenheit, um für eine Weile im Ausland zu leben, zu studieren oder zu arbeiten. Björn Strakeljahn, Hendrik Lammert und Gabriel Neumeyer Brito haben versucht das Reisefieber unter ihren Kommilitonen zu verbreiten und haben in einer Veranstaltung des Praxisbüros im Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik über ihre Erfahrungen berichtet.

Gabriel Neumeyer Brito ist Absolvent der Fachhochschule Bielefeld. Der in Bremen geborene Diplom-Ingenieur verließ seine Heimatstadt um an der FH Bielefeld den damals ganz neuen Studiengang »Regenerative Energien« zu studieren. Heute ist er Area Manager Latin America Solar Division bei Schüco International KG - zu deutsch: Gabriel Neumeyer Brito kümmert sich um den Vertrieb von Schüco-Produkten in Südamerika. Leben tut der ehemalige FH-Student in Herford, doch fünf bis sechs Mal im Jahr reist er aus beruflichen Gründen ins Ausland. Neumeyer meint, »Ingenieure sollten Auslandserfahrungen sammeln. Die Sicht auf die Welt verändert sich: Man erweitert seinen Horizont und grade für Ingenieure im Anwendungsbereich helfen neue Perspektiven zu kreativeren Lösungen zu finden.«

Auch Björn Strakeljahn kam wegen des Studiengangs »Regenerative Energien« an die FH Bielefeld. Vor kurzer Zeit hat er sein Praxis- bzw. Auslandssemester absolviert. »Ich habe mich im Vorfeld bei deutschen Firmen mit Sitz im Ausland beworben, aber lange keine Rückmeldungen erhalten«, berichtet Strakeljahn. Zum Jahresende 2007 gewann er den Peter Gläsel Preis und wurde so auf die Firma Weidmüller aufmerksam. »Ich habe mich beworben und wurde zunächst in Deutschland zu einem Gespräch eingeladen und dann noch mal zu einem zweiten, dass per Videokonferenz mit Shanghai abgehalten wurde.« Rund fünf Monate später war Strakeljahn in China. Das Unternehmen hatte sich um sämtliche Papiere, wie Visa gekümmert und auch eine Unterkunft für den Studenten organisiert. Vor Ort traf Strakeljahn dann auf die absolute Fremde: »Asien beziehungsweise China ist völlig anders. Die Menschen dort haben eine ganze andere Einstellung zu den Dingen. Die Mentalität ist viel fröhlicher als die der Deutschen.« Auch in der Arbeitswelt gibt es Unterschiede, doch weil Strakeljahn in einem deutschen Unternehmen gearbeitet hat »waren die Unterschiede nicht so groß. Wir sprachen zum Beispiel neben Englisch auch Deutsch«, erklärt Strakeljahn.

Anders ging es Hendrik Lammert. Der Informationstechnik-Student war zum Ausslandssemester an einer Partneruniversität in Finnland. Er wollte unbedingt nach Skandinavien und bekam den Kontakt zur dortigen Hochschule über das Akademische Auslandsamt (International Office) der FH Bielefeld. »Man sucht sich eine Partneruniversität aus und muss dann ein Motivationsschreiben auf Englisch verfassen«, erklärt Lammert. »Man kann sich aber auch eigenständig an Hochschulen im Ausland bewerben.« Als er in Finnland ankam, fand Lammert kulturelle Klischees bestätigt und andere widerlegt. Doch die größte Erfahrung war, komplett allein zu sein. »Man kennt anfangs niemanden, versteht die Sprache nicht - man ist einfach total allein.« An der University of Applied Sciences Jyväskylä nahm er an Logistik-Vorlesungen wie Betriebswirtschaftslehre und Qualitätssicherung teil. Gegenüber anderen Studierenden, die nicht im Ausland waren, sieht er sich heute im Vorteil: »Zum einen habe ich natürlich mein Englisch verbessert, aber auch in der Persönlichkeitsentwicklung, was zum Beispiel die Selbstständigkeit angeht, habe ich mich durch das Auslandssemester enorm weiterentwickelt.«

Der erste Schritt Richtung Auslandsaufenthalt:
Studierende im Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik können sich Unterstützung für ihre Praktika im Praxisbüro der FH Bielefeld holen.
Bei Auslandsaufenthalten hilft natürlich auch das Akademische Auslandsamt (International Office) der FH Bielefeld.