17.05.2011

Internationalisierungsprozess schreitet gut voran

Monitoring-Bericht des DAAD sieht "klare strategische Ziele".

Bielefeld (fhb). "Die Fachhochschule Bielefeld bemüht sich um die Überwindung von Mobilitätshemmnissen und  hat klare strategische Ziele zur Umsetzung ihrer Internationalisierungsbemühungen." So steht es im Abschlussbericht der Nationalen Agentur im Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), der unlängst vorgelegt wurde und der eine durchweg positive Zwischenbilanz der ERASMUS-Aktivitäten der FH Bielefeld festhält. Nachholbedarf besteht allerdings auch: die Dozentenmobilität sollte gesteigert werden, ebenso die Zahl der Studierenden, die sich für einen Praktikumsaufhalt im europäischen Ausland entscheiden. Seit 1987 ist der DAAD im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung  als Nationale Agentur für das ERASMUS-Programm tätig, mit dem insbesondere  Auslandsaufenthalte von Studierenden und Dozenten gefördert werden.

Der Bericht ist das Ergebnis eines Monitoring-Besuches der Nationalen Agentur an der FH Bielefeld im Dezember 2010. An dem halbtägigen Gespräch über die Durchführung des ERASMUS-Programms an der Fachhochschule waren neben der Hochschulleitung und dem Akademischen Auslandsamt Vertreter des Prüfungsamts, des Dezernats QM und der Fachbereiche beteiligt.

Über einhundert vertraglich dokumentierte Kontakte zu ausländischen Hochschulen unterhält die FH Bielefeld. Eine stattliche Zahl, und der Vergleich mit anderen ähnlich großen Hochschulen kann sich sehen lassen. Dorit Hekel, die Leiterin des Akademischen Auslandsamtes der FH Bielefeld: "Bei der Mittelzuweisung aus DAAD-Programmen, die Kennzahlen wie etwa die Zahl der Auslandsaufenthalte der Studierenden zugrunde legen, schneiden wir gut ab."

Das gilt für den gesamten Internationalisierungsprozess, der, so Hekel, im kommenden Wintersemester weiter intensiviert werden wird: die Bereitschaft, ins Ausland zu gehen, soll gleichermaßen gefördert werden wie der Studienaufenthalt in Bielefeld. Nach Meinung des DAAD ist die Hochschule hier auf einem guten Weg.  "Das Ziel der Erhöhung der internationalen Mobilität, insbesondere auch im ERASMUS-Programm, wird durch sehr sinnvolle organisatorische und teils auch strukturelle Maßnahmen ergänzt", hält Beate Körner vom DAAD in ihrem "Final Report" fest. Und verweist an anderer Stelle auf das Leitbild der Hochschule, die für sich reklamiert: "Wir stärken Fremdsprachenkompetenz, unterstützen die Mobilität über Ländergrenzen und erweitern unser international attraktives Studienangebot."

Als "besonders motivierend" an der FH Bielefeld wird vom DAAD der Wegfall der Studiengebühren während des Auslandssemesters angesehen. Zudem sporne das "breite Angebot an Sprachkursen zur Vorbereitung auf den Auslandsaufenthalt" an. Auch im Bereich der Incomings seien "wichtige Maßnahmen zur stärkeren Integration ausländischer Studierender eingeführt worden". So werden "fast flächendeckend englischsprachige Module angeboten", ist im DAAD-Report nachzulesen, der auch lobend erwähnt, dass ein Buddy-Programm eingerichtet wurde, das den Incomern bei der Orientierung in Bielefeld hilft. Recht gut umgesetzt wird laut DAAD-Report die Anerkennung der Studienleistungen aus dem Ausland; es gibt jedoch in diesem Bereich auch noch Handlungsbedarf, um etwa das Nachholen von Prüfungen oder Kursen für eine vollständige Anerkennung zu vermeiden.

Ausdrücklich positiv hebt der Bericht den Bachelor-Studiengang 'International Studies in Management' hervor. Durch seinen verpflichtenden Auslandsaufenthalt und die daraus resultierenden hohen Mobilitätszahlen zeige er, wie wichtig solche strukturellen Maßnahmen zur Förderung der Mobilität seien. Die Einrichtung weiterer Studiengänge mit integriertem Mobilitätsfenster, so das Fazit, sei unbedingt erstrebenswert. Dabei kann es sowohl um Studienaufenthalte als auch um Praktika im Ausland gehen.

Bei der Beratung für Auslandspraktika arbeitet Sandra Schoeß, Praktikums-Koordinatorin im Akademischen Auslandsamt, eng mit den Praxisreferaten an den Fachbereichen zusammen, die Informationen über offene Stellen an die Studierenden weitergeben.  Oft kommt es aber auch auf das Engagement der Studierenden an, die Erstkontakte ins Ausland zu knüpfen. Hekel: "Wir sind vor allem dann Ansprechpartner, wenn es um Förderprogramme und die Finanzierung des Praktikums geht." Ein Service, der immer wichtiger und auch zeitintensiver wird. Das weiß auch Barbara Lawatzki, die als ERASMUS-Koordinatorin die Studierenden zu Studienaufenthalten im Ausland berät.

Eine andere, wiederkehrende Dienstleistung sind Informationsveranstaltungen wie die am 25. Mai, einem Mittwoch. Gemeinsam mit dem International Office der Uni Bielefeld lädt das Akademische Auslandsamt der FH dann zum "International Day" ein, einem Vormittag mit Vorträgen, mit Info-Ständen in der Uni-Halle und mit Gesprächspartnern. Dorit Hekel: "Natürlich ist die Hochschulstadt Bielefeld schon jetzt international. Aber wir wollen, dass immer mehr junge Leute die Chance ergreifen, am Globalisierungsprozess ganz persönlich und positiv teilzunehmen."