11.07.2011

„Kooperation mit der Wissenschaft im ‚Klimapark Rietberg‘ gesucht und gefunden“

Bundesweit einmaliges Projekt eröffnet. / Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik ist ‚Premium-Partner‘.

Rietberg (fhb). Am 9. Juli wurde er offiziell eröffnet: der ‚Klimapark Rietberg‘. Rund 12.000 Quadratmeter groß, integriert in den Gartenschaupark Rietberg. Eine Attraktion in Sachen anschaulicher Klimaschutz-Projekte und regenerativer Energienutzung. Von einem „bundesweit einmaligen Projekt“ spricht der Initiator des Parks, Rietbergs Bürgermeister André Kuper. 14 Projektpartner aus Wissenschaft und Wirtschaft machen mit. Die Fachhochschule Bielefeld ist federführend in der wissenschaftlichen Betreuung zuständig. Ansprechpartnerin ist Prof. Dr.-Ing. Eva Schwenzfeier-Hellkamp vom Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik (IuM). Die Themen im „Park“: Biogas, Elektromobilität, Geothermie, Wärmespeicherung, Lüftungstechniken, Abfallvermeidung und Recycling, LED-Straßenbeleuchtung, Sonnenenergie und ‚Wohnen mit der Sonne‘.

Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen hat die Schirmherrschaft für den Klimapark übernommen. Zwar war er zur Eröffnung nicht persönlich anwesend. In seinem schriftlich festgehaltenen und vorgetragenen Grußwort hob er allerdings hervor, der Klimapark sei „ein Pilotprojekt, äußerlich, konzeptionell, inhaltlich und auch, weil hier zusätzlich und erfolgreich die Kooperation mit der Wissenschaft gesucht und gefunden wurde“. Vor allem mit der Fachhochschule Bielefeld, „die sich mit ihren Studierenden des Ingenieurwesens dauerhaft einbringt“. Die Studierenden werden in den beteiligten Fachunternehmen aus dem Klimapark Praktika absolvieren. Sie könnten, so der Umweltminister, hautnah moderne Entwicklungen verfolgen, aber auch selbst mitgestalten. Röttgen: „Wie ich aktuell höre, ist die Kooperation so weit gediehen, dass die Fachhochschule Bielefeld sogar eine Außenstelle im Rietberger Park errichten wird. Dazu meinen Glückwunsch.“

In der Tat ist der Fachbereich IuM eine Art „Premium-Partner“ im Klimapark. Prof. Schwenzfeier-Hellkamp, ihre Spezialgebiete sind Photovoltaik und LED-Beleuchtung, arbeitet hier an ihrem vom Bundesforschungsministerium (BMFT) geförderten Projekt "Kommunen im neuen Licht". Der gesamte historische Stadtkern von Rietberg soll eine neue LED-Straßenbeleuchtung sowie LED-Denkmalobjektbeleuchtung erhalten.

Weiterer Pluspunkt aus Sicht der Hochschule: An den regenerativen Energieerzeugungsanlagen und an der LED-Teststrecke können wissenschaftliche Erkenntnisse und Methoden aus der Praxis abgeleitet und im Detail nachvollzogen werden. IuM-Dekan Prof. Dr. Lothar Budde: „Durch das Engagement im Bereich der Lehr- und Forschungsgebiete der Regenerativen Energien steht bei der Erforschung langfristiger und innovativer Prozesse den Kooperationspartnern und Fachunternehmen mit dem Fachbereich ein engagierter Partner zur Seite. Wir gewährleisten den regionalen Unternehmen eine langfristige und erfolgreiche Forschungskooperation.“ Ähnlich formulierte in ihrem Grußwort zur Park-Eröffnung der Präsidentin der FH Bielefeld, Prof. Dr. Beate Rennen-Allhoff, die das Engagement des Fachbereichs als „gelungenen Wissenstransfer mit Unternehmen“ bezeichnete und die auf die Verantwortung ihrer Hochschule bei der Zukunftsgestaltung hinwies. Neben Prof. Schwenzfeier-Hellkamp sind weitere Hochschullehrende aus dem Fachbereich mit dabei: Prof. Dr. rer. nat. Sonja Heitmann kümmert sich um Solar- und Geothermie, Prof. Dr. rer. nat. Jörn Loviscach um Intelligente Steuerungen und Prof. Dr.-Ing. Jens Haubrock um Biogas, E-mobility und Windenergie. Bürgermeister Kuper: „Ich möchte die konstruktive und hochkompetente wissenschaftliche sowie tatkräftige Begleitung durch die FH Bielefeld und speziell Frau Prof. Dr. Ing. Schwenzfeier-Hellkamp und ihre Studierenden erwähnen. Der ursprünglich von HB Solar vermittelte Kontakt mit der FH Bielefeld ist zwischenzeitlich zu einer guten Kooperation aller Projektpartner geworden.“

NRW-Landtagspräsident Eckhard Uhlenberg sprach gleichsam Stadt und Hochschule ein Kompliment aus: „Rietberg hat sich durch eine ganze Reihe hervorragend umgesetzter Projekte, wie zum Beispiel auch der LED-Beleuchtung im Stadtkern, zu einer Vorzeigekommune mit Strahlkraft weit über die Grenzen Ostwestfalens hinaus entwickelt. Hier kann man vorausschauende und zukunftsweisende kommunale Klimapolitik erleben und anfassen.“

Viele Vorschusslorbeeren also für den Klimapark, der sich jetzt als „Publikumsmagnet“ beweisen muss. Denn die 14 Partner auf dem Gelände haben bislang rund 1,6 Millionen Euro investiert. Kuper: „Eine große Kraftanstrengung für alle Beteiligten.“  

Zum Park-Konzept gehört, dass im zentral gelegenen "Klimapavillon" in komprimierter Form Wissen über das Klima und den Klimawandel vermittelt wird. Ein zusätzlicher "Klimaspielplatz" soll den jüngsten Besuchern spielerisch erste Einblicke und erste Erkenntnisse gewähren. Gleichzeitig soll im Klimapark deutlich werden, dass jeder einzelne etwas für den Klimaschutz tun kann. Landtagspräsident Uhlenberg: „Der Leitspruch des neuen Klimaparks lautet ‚Lokal wirken, gobal gewinnen‘. Treffender kann man die Herausforderungen des Klimawandels wohl kaum zusammenfassen.“

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Die Projektpartner im ‚Klimapark Rietberg‘:

FH Bielefeld, Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik; Verbraucherzentrale NRW, Landesbetrieb Wald & Holz, RWE-AG, Solartechnik Schierl GmbH & Co KG; Nova-Solartechnik GmbH; Jaeger-Haustechniksysteme, GEG GEsellschaft zur Entsorgung von Abfällen im Kreis Gütersloh; HB Solar Handels GmbH; Konrad Stükerjürgen Wassertechnik GmbH; Betonwerk Lintel GmbH & Co. KG; Rietbergwerke GmbH & Co KG-Geschäftsbereich Behältertechnik; Hochschule OWL; Biogas-Nord AG; Syrex Kommunikation und Ausstellungsdesign sowie die GSPark und Stadt Rietberg.

Mehr unter: www.klimapark-rietberg.de