29.01.2014

Leiter der Datenverarbeitungszentrale geht in Ruhestand

Dipl.-Ing. Erich Weidner verlässt die Hochschule nach über 32 Jahren.

Bielefeld (fhb). Dipl.-Ing. Erich Weidner, Leiter der Datenverarbeitungszentrale (DVZ), ist zum Jahresende mit 65 Jahren in Rente gegangen. Recht leise ist er abgetreten, ohne viel Aufheben um seine Person zu machen, wie das so seine Art ist. Im Kreise seiner DVZ-Mitarbeiter hat er "tschüss" gesagt. Eine Wanderung durch den Teutoburger Wald hatten sie ihm noch zum Abschied geschenkt, mit angenehmer Unterhaltung und kleinem Umtrunk.

Am 1. Juli 1981 hatte Erich Weidner seinen ersten Arbeitstag an der FH Bielefeld. "Rucksack und Tasche waren seitdem meine ständigen Begleiter", so der diplomierte Maschinenbauer und Messtechniker aus der 30 Kilometer vom Oberzentrum entfernt gelegenen Gemeinde Hüllhorst, die sich am Südhang des Wiehengebirges ausbreitet, unweit von Bünde, Herford und Lübbecke entfernt. Hier fühlt er sich zeitlebens heimisch, Bielefelder ist er also nicht geworden. "OWL wollte ich nie verlassen". Und: "Die Fachhochschule war die richtige Entscheidung. Es gab eigentlich nichts, was im EDV-Bereich an der FH nicht Spaß gemacht hätte", so Weidner.

Einer seiner beiden Töchter hatte er die Hochschule wärmstens empfohlen. "Du wirst an der besten FH der Welt studieren", so sein Versprechen. Er sollte Recht behalten. Sie studierte Angewandte Mathematik und war überaus angetan vom Studium und der Atmosphäre am Fachbereich. "Die FH Bielefeld hat für mich immer Leidenschaft bedeutet", sagt Weidner. Und eine solche Leidenschaft bei der Arbeit hat er auch bei vielen seiner Kollegen vorgefunden.

Technischer Zeichner hatte er gelernt, nachdem er die Volksschule verlassen hatte. Dann baute er seine "Mittlere Reife", besuchte erfolgreich die Berufsaufbauschule, ging zur Bundeswehr und schrieb sich im Jahre 1969 an der FH Bielefeld im Studiengang Maschinenbau mit dem Schwerpunkt Konstruktionstechnik ein. Just zu dem Zeitpunkt, da sich der Ingenieurnachwuchs zum Vorlesungsstreik aufgerufen fühlte und diesbezüglich auch aktiv wurde. Weidner, die rechte Hand nachdenklich ans Kinn geführt, erinnert sich heiter: "Genau, da habe ich vier Monate lang für die Herforder Brauerei Bier ausgefahren." Studiert wurde aber auch, ernsthaft sogar.       

Als er 1972 sein Diplom in der Tasche hat, geht er zu Gildemeister und hat "einen herrlichen Ausblick auf den Bielefelder Bahnhofsvorplatz". Diese Perspektive allein macht aber nicht glücklich. Vorübergehend zieht es ihn an die Uni Hannover, wo er in einem Forschungsprojekt mit dem Ziel der Promotion mitarbeitet. Doch die beteiligten Partner werden sich über die Ziele des Projekts nicht einig und geben auf. Umso erfreulicher ist da die Stellenausschreibung der FH Bielefeld. Gesucht wird die Leitungsperson für die Prozessrechenstelle der Fachbereiche E-Technik und Maschinenbau. Zudem muss eine DV-Zentrale aufgebaut werden, auch eine neue Stelle, die unter anderem die EDV-Aktivitäten der Fachbereiche Architektur und Bauingenieurwesen in Minden und der Fachbereiche Maschinenbau, Elektrotechnik und Wirtschaft in Bielefeld koordinieren soll. Zudem muss eine DV-Zentrale aufgebaut werden. Drei Mitarbeiterstellen soll es zunächst geben, man schreibt quasi die "Stunde null". Ärmel hochkrempel, lautet die Devise, anpacken! "1983 waren wir die erste FH, die den CAD-Bereich aufbaute", beschreibt Weidner die Aufbruchstimmung.

Die FH Köln hatte den ersten DVZ-Leiter, die Bielefelder zogen als zweite nach. Acht Personen zählte die DVZ Mitte der 80er Jahre. Und eine rasante Entwicklung schien vorgezeichnet. Die Bundesregierung verabschiedet 1987 das Computer-Investitions-Programm, PC-Pools für alle Studenten sollten eingerichtet werden. Vorgabe zunächst: 100 Studierende der Wirtschafts- oder Technikfachbereiche teilen sich einen PC-Arbeitsplatz. "Das war damals eine Glanzleistung, wie wir das an unserer FH umgesetzt haben", meint Weidner und lässt noch einmal die 90er Jahre Revue passieren: "Mit der Datenverarbeitung ging es explosionsartig aufwärts, und wir haben es einfühlsam geschafft, die richtigen Mitarbeiter einzustellen, zum Beispiel auch studentische Hilfskräfte, die wir dann übernommen haben."

Aus der Datenverarbeitungszentrale wurde Ende der 1990er Jahre die IT-Abteilung, aus den bis dahin wenig beachteten FH-Datenverarbeitern wurden "Kollegen auf Augenhöhe mit den Universitätseinrichtungen" (Weidner). Serviceleistungen wurden stets erbracht für die Fachbereiche, die Verwaltung und die Bibliothek. "Wir sind für alle da, und es war auch deshalb sinnvoll, 2011 die DVZ mit der Verwaltungs-IT zusammenzulegen und im nächsten Schritt die zentralen Informations- und Mediendienste der Bibliothek und der DVZ im MIND-Projekt neu zu strukturieren", fasst Erich Weidner die Entscheidungen der jüngeren Vergangenheit zusammen.    

Dipl.-Ing. Michael Korff, zugleich diplomierter Informatiker, ist nun der neue DVZ-Leiter. Schon seit 1991 macht er in Erich Weidners DV-Team mit. Er findet eine wohl geordnete Organisationseinheit vor.