15.06.2011

Mit regenerativen Energien Brücken nach Nicaragua schlagen

Fachbereich IuM knüpft Kontakte zur Universität FAREM der Bielefelder Partnerstadt Esteli.

Bielefeld (fhb). Die regenerativen Energien sind es, die die Professoren der Fachhochschule Bielefeld und der Universität FAREM aus Esteli (Nicaragua) zusammengeführt haben. Künftig sollen, so die Planungen, auch die Studierenden von dieser sich anbahnenden Partnerschaft profitieren.

Ana Theodora Tellez Flores, Dozentin für Umweltwissenschaften an der Uni FAREM, besuchte heute erstmals den Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik (IuM) der FH Bielefeld. Sie zeigte sich sehr angetan von der Ausstattung der Labore und den Möglichkeiten, Beziehungen aufzunehmen, von denen beide Partner profitieren. Nicaragua sei ein Land mit "großen Perspektiven beim Einsatz regenerativer Energieträger", so Tellez Flores, und die FH Bielefeld habe das technische Know-how, diese Energien nutzbar zu machen. Prof. Dr. Eva Schwenzfeier-Hellkamp, die IuM-Studiengangsleiterin 'Regenerative Energien': "Wir haben großes Interesse an einem Ausbau unserer internationalen Aktivitäten. Wir können sicherlich viel voneinander lernen."                

Zusammengefunden haben sich die beiden Hochschulen im Rahmen des von der EU geförderten Projekts "Die Welt braucht dich", das von der Stadt Bielefeld, dem Welthaus Bielefeld und den Partnerstädten Rzeszów (Polen) und eben Esteli umgesetzt wird. Birgit Reher vom Umweltamt der Stadt: "Unser Projekt will aufzeigen, wie die weltweite Armut reduziert, der Klimaschutz gefördert und nachhaltige Entwicklungen besser verankert werden können."

Im Bereich erneuerbare Energien nehme die Stadt Estelin, so Reher, "eine Vorreiterrolle in Nicaragua ein". Auch deshalb sei dort der Studiengang 'Regenerative Energien' eingerichtet worden, "als bisher einziger in Nicaragua". Es habe nahe gelegen, den Kontakt zum Fachbereich IuM der FH Bielefeld herzustellen, "die bundesweit die erste Fachhochschule mit einem Studiengang 'Erneuerbare Energien' war", meinte Reher bei einem Pressegespräch anlässlich des Besuchs an der FH.

Stefan Jankowiak vom Welthaus Bielefeld wies auf die Möglichkeit hin, demnächst Studierende über das Freiwilligen-Programm 'weltwärts' nach Lateinamerika zu schicken: "Sie können sich dort in Projekten zum Ausbau erneuerbarer Energien engagieren." Zudem könnten Studierende aus Esteli Einblicke erhalten in das Studium an der FH in Bielefeld.

Nicaragua hat sich anspruchsvolle Ziele gesetzt: bis 2020 will man Strom gänzlich aus erneuerbaren Energien gewinnen, heute wird noch zu 80 Prozent Öl verbrannt. Zugleich soll der Anteil der Bevölkerung mit dem Zugang zur Stromversorgung von zurzeit knapp über 50 Prozent bis 2014 auf 85 Prozent erhöht werden. Tellez Flores: "Die Natur hat uns reichlich mit Sonne, Wind und Wasser beschenkt. Wir sollten dieses Angebot nutzen." Dezentral soll dies passieren, also keine großen Kraftwerke, sondern viele kleinere Anlagen, was natürlich für den Einsatz regenerativer Energien spricht.

Die angedachte Kooperation der Hochschulen wird ein kleiner Beitrag sei, den Weg in eine unabhängige und nachhaltige Energieversorgung im Entwicklungsland Nicaragua einzuschlagen. Prof. Dr.-Ing. Lothar Budde, der Dekan des Fachbereichs Ingenieurwissenschaften und Mathematik: "Wir freuen uns, dass wir mit den regenerativen Energien einen Studiengang eingerichtet haben, dessen Know-how beständig nachgefragt wird. Wir werden unser internationales Netzwerk in Lehre und Forschung kontinuierlich ausbauen."

Auf seine Studierenden kann sich der Fachbereich dabei auch verlassen: Anfang Oktober wollen sie zu einem Studierendenkongress einladen. Gäste unter anderen: Kommilitonen aus Esteli, samt Professor.