Bielefeld (fhb). Im Rahmen des Forschungsprojekts "Nutzungsorientierte Haptik und dynamische Bewegungswiderstände" führten Mitarbeiter des Forschungsschwerpunkts Industrielle BewegungsTechnologie (IBT) Messungen zu Leistungsbetrachtungen an Rollstühlen in Zusammenarbeit mit der Stiftung Bethel vor Ort durch. Daran beteiligt waren auch erfahrene Rollstuhlnutzer, die in Bethel arbeiten.
Es kam ein im Rollstuhlrad integriertes Messsystem zum Einsatz, das unter anderem die Erfassung der von Rollstuhlfahrern am Greifring aufgebrachten Kräfte, der Momente und der gefahrenen Geschwindigkeit möglich macht. Als Teststrecke wurden Wege im Außenbereich in Bethel genutzt. Diese Messungen dienen, so Projektleiter Prof. Dr.-Ing. Ralf Hörstmeier, zur Ermittlung erster Erkenntnisse über die aufgebrachte mittlere Leistung und den Geschwindigkeitsverlauf von unterschiedlichen Probanden während der Testfahrt sowie über das Auftreten von Kraftspitzen beim Antreiben des Rollstuhles.
Basierend auf diesen Erkenntnissen sollen zukünftig Untersuchungen entwickelt werden, die eine Charakterisierung von Wegen im Hinblick auf ihre Rolleignung sowie eine Einstufung nach Schwierigkeitsgraden möglich machen. Professor Hörstmeier: "Auf dieser Technologie können zukünftig sowohl die Mobilität von Rollstuhlfahrern als auch von Personen mit anderen Rollsystemen, beispielsweise Menschen mit Rollatoren, Eltern mit Kinderwagen oder Kinder auf Rollrädern, maßgeblich erweitert werden."
Das Forschungsprojekt wird im Fachprogramm FHprofUnt 2010 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Der Forschungsschwerpunkt IBT gehört zum Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik.
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