15.09.2014

Neil Armstrong statt Kaiser Wilhelm und in der Weser schwimmt Saturn

Abschlussveranstaltung der Minden Summer School der FH Bielefeld.

Minden (fhb). Zum ersten Mal veranstaltete der Fachbereich Technik vom 14. Juli bis 11. September eine Summer School auf dem Campus Minden. Eingeladen waren Studierende aller Fachbereiche der FH Bielefeld spannende Projekte zu verwirklichen. »Wir haben 12 Workshops mit 83 Teilnehmern durchgeführt«, berichtete die Organisatorin Professorin Dr. Kerstin Müller vom Fachbereich Technik in der Abschlussveranstaltung am Donnerstag, 11. September. Die Studierenden kamen dabei hauptsächlich aus den Studiengängen der Informatik und Elektrotechnik aus Minden, aber auch Bielefelder Studierende der Gestaltung und der Wirtschaftsinformatik nahmen an der Summer School teil. Der längste Workshop produzierte einen Film über die Mindener Schul-Sternwarte. Die Studierenden lernten dabei, einen Realfilm zu erstellen und mit computergenerierten Szenen zu verknüpfen.

Die Sternwarte wird in einer Kooperation der drei Mindener Gymnasien und der FH Bielefeld renoviert. Die Kuppel ist bereits mit moderner Elektrotechnik ausgestattet worden. Doch Schulklassen können dort noch nicht in die Sterne gucken -  das Gebäude muss zunächst für den Brandschutz saniert werden. »Hierfür brauchen wir Spenden und beim Einwerben der Gelder soll uns der Film helfen«, sagte Professor Dr. Oliver Wetter, Studiengangleiter für Elektrotechnik in Minden und Beisitzer des Vereins »Schulsternwarte Minden«. Workshop-Leiter Thilo Aschmutat machte die Zuschauer mit einzelnen Ausschnitten des Films neugierig: »Zwei Wochen waren als Workshop etwas zu kurz, um den ganzen Film fertigzustellen. Denn die Studierenden mussten nicht nur filmen, sondern erst einmal die Programme kennenlernen, mit denen sie das Rohmaterial anschließend bearbeiteten.« Und vorher musste noch ein Skript erarbeitet werden: »Wir wollten die Astronomie in den Mindener Kontext setzten. Deshalb steht auf unserer Porta Westfalica nicht Kaiser Wilhelm sondern Neil Armstrong - und in der Weser schwimmt der Saturn «, berichtete Thilo Aschmutat. »Rein theoretisch könnte der Saturn mit seiner geringen Dichte übrigens tatsächlich schwimmen - wenn er denn etwas kleiner wäre.«

Neben de

m Filmen konnte unter anderem gehackt, gelötet, die Cloud gesichert oder die Elektrotechnik kennengelernt werden. »Hier haben die Studierenden gelernt, dass kleine Spannung noch ganz witzig ist, größere Ströme dagegen nicht mehr so sehr«, fasste Johannes Weicht, Mitarbeiter am Fachbereich Technik, zusammen, der den Workshop mit seinem Kollegen Michael Meese geleitet hat. Ein ungeahntes Problem hatte dagegen Professor Dr. Christoph Thiel mit seinem Kurs über das Ausspionieren von Handys mit GSM-Technik, die für Telefonie, SMS oder Datenverkehr genutzt wird. Hierfür war die Beschaffung von Funktechnikkomponenten nötig: »Bei der aktuellen Debatte um Herrn Snowden ist es aber anscheinend schwieriger, dies durch den Zoll zu bekommen, als ein kleines bisschen Plutonium«, scherzte Christoph Thiel. So beschäftigte sich der Kurs stattdessen mit dem möglichen Überwachen von Smartphones durch sogenannte Spyware, die in Apps versteckt ist.

Professor Dr. Oliver Wetter erklärte abschließend, wie wichtig diese Summer School für die Fachhochschule Bielefeld und den Standort Minden ist: »Es ist toll, dass die Studierenden hier Zeit haben, über den Tellerrand hinaus zu schauen. In der Summer School kann man engagiert und kreativ tätig werden. Das macht die Studierenden stärker, auch für den Berufseinstieg.«