Netzwerk mit Leben füllen: Förderer treffen Talente
4. Stipendiaten-Förderer-Treffen der Stiftung Studienfonds OWL / Broschüre zu gesellschaftlichem Engagement der Hochschulen vorgestellt.
Austauschen und Kontakte knüpfen: 200 Studierende der regionalen Hochschulen sowie 100 Vertreter aus Wirtschaft, Hochschule und Politik haben beim vierten Stipendiaten-Förderer-Treffen der Stiftung Studienfonds OWL aktuelle Themen diskutiert und sich untereinander vernetzt.
Das Kennenlernen und der Austausch zwischen Förderern und Geförderten standen dabei im Mittelpunkt. In Workshops oder Diskussionsrunden hatten die Stipendiaten nicht nur die Möglichkeit, sich intensiv mit Studierenden anderer Hochschulen und Fachrichtungen auszutauschen, sondern auch potentielle Arbeitsfelder und Arbeitgeber kennenzulernen und wichtige Erfahrungen für den Berufseinstieg zu sammeln. So wurden beispielsweise Bewerbungs- und Rhetoriktrainings, Schulungen zum Projektmanagement oder Vorträge zu konkreten Arbeitsfeldern oder aktuellen Themen angeboten. Die Besonderheit des Veranstaltungsformates ist die enge Abstimmung sämtlicher Inhalte mit allen Beteiligten. Alle Workshops und Diskussionsrunden wurden von Stipendiaten und Vertretern der fördernden Unternehmen, Stiftungen und Vereine inhaltlich gemeinsam mit der Geschäftsstelle des Studienfonds geplant und durchgeführt.
Neben den Workshops wurde auch eine Talkrunde zum Thema "Gesellschaftliche Verantwortung von Hochschulen" angeboten, moderiert von Prof. Dr. Natalie Bartholomäus von der Fachhochschule Bielefeld. Aus Berlin angereist waren dazu Dr. Stefan Luther vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie Dr. Alexander Tiefenbacher vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft. Gemeinsam mit dem ehemaligen Präsidenten der Universität Paderborn, Prof. Dr. Nikolaus Risch und Janina Ostendorf, Senior Referentin Hochschulmanagement der Firma CLAAS, diskutierten sie die Rolle von Hochschulen in der Gesellschaft.
Aufhänger dieser Talkrunde war die Veröffentlichung einer Broschüre, in der unter dem Titel "Die Region sind wir. Hochschulregion Ostwestfalen-Lippe - Gesellschaftliche Verantwortung" das gesellschaftliche Engagement aller sieben OWL-Hochschulen zusammengefasst dargestellt wird und die Prof. Dr. Bartholomäus druckfrisch präsentierte. Alle OWL-Hochschulen verfolgen einen gesellschaftlichen Auftrag, der über Lehre und Forschung hinausgeht. Was konkret getan wird, ist Gegenstand der Broschüre. "Das Vorhaben ist deutschlandweit einmalig. Es gibt keine zweite Initiative, bei der sich alle Hochschulen einer Region auf dem Thema der gesellschaftlichen Verantwortung zusammen tun und das Profil einer ganzen Region sichtbar machen", so Bartholomäus. Unter geschlossener Unterstützung aller Präsidien der sieben Hochschulen in OWL, hat ein Arbeitskreis unter Moderation von Jun.-Prof. Dr. Karl-Heinz Gerholz der Universität Paderborn die Aktivitäten zum gesellschaftlichen Engagement der Hochschulen in OWL in strukturierter Form über vier Handlungsfelder dokumentiert. Das Ergebnis: Eine bunte Mischung vielfältiger Aktivitäten der einzelnen Hochschulen, die sich mit exemplarischen Aktivitäten in den Handlungsfeldern "Engagement", "Governance", "Entwicklung" sowie "Lehren und Lernen" darstellen. Des Weiteren ist jede Hochschule mit einem Leuchtturmprojekt vertreten. Als besonderes Projekt stellt die FH Bielefeld ihr umfassendes Engagement zu Diversity und Chancengleichheit dar.
In der Talkrunde wurde das Thema vertieft: Die Hochschulen verantworten sich gesellschaftlich, indem sie die Problemstellungen aus der Gesellschaft aufnehmen und dort lösen. Studierende arbeiten handlungsorientiert im konkreten Problemkontext. Davon profitiere die Gesellschaft als Ganzes. Auch bei der Vergabe von Stipendien sei das gesellschaftliche Engagement ein wichtiges Förderkriterium. "Gesellschaftliches Engagement bildet Persönlichkeit. Wir merken, dass Absolventen, die sich gesellschaftlich engagiert haben, sehr gut über den Tellerrand blicken können und das schätzen wir wert", stellte Janina Ostendorf fest. Um das Thema weiter zu verfestigen, müssen sich alle relevanten Akteure weiter verzahnen und an einem Strang ziehen, waren sich die Teilnehmer einig. Prof. Dr. Natalie Bartholomäus schlussfolgerte: "Das Thema der gesellschaftlichen Verantwortung ist angekommen - in der Wirtschaft, in der Politik und in der Wissenschaft. Es muss breit gedacht werden und braucht den fortlaufenden Dialog aller Akteure. Bei aller ostwestfälischen Bescheidenheit - wir sind auf dem richtigen Weg!"
Als Dank und Anerkennung für sein langjähriges Engagement um den Studienfonds OWL hat die Stiftung Prof. Dr. Nikolaus Risch den Ehrenvorsitz verliehen. Professor Risch war Gründungsvorsitzender des Studienfonds OWL und neun Jahre als Vorstandsvorsitzender tätig. Mit Ende seiner Amtszeit als Präsident der Universität Paderborn ist er in diesem Jahr satzungsgemäß aus dem Vorstand ausgeschieden.