27.10.2009

Startschuss für Ingenieur-Studium ab 2010 in Gütersloh

Die Fachhochschule Bielefeld wird an ihrem neuen Studienort in Gütersloh die praxisintegrierten Bachelorstudiengänge »Wirtschaftsingenieurwesen« und »Mechatronik/Automatisierung« anbieten.

Das Besondere an dem Konzept ist die intensive Verzahnung mit der Praxis: Das Studium wird mit einer Tätigkeit in einem Unternehmen verbunden, die ein ingenieurmäßiges Arbeiten ermöglicht. So werden Unternehmen zukünftig neben den gewerblichen auch »akademische Auszubildende« beschäftigen. Aber auch Fachkräfte mit abgeschlossener Ausbildung können das Studium als Weiterqualifikation neben dem Beruf absolvieren. Als dritte Variante ist auch die Kombination mit Praktika in verschiedenen Betrieben möglich. Dadurch sind die Unternehmen aus der Region unmittelbar eingebunden.
Die Präsidentin der Fachhochschule Bielefeld, Professorin Beate Rennen-Allhoff, verkündete am 27.10.2009 zusammen mit Vertretern kooperierender Unternehmen aus der Region und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft »pro Wirtschaft GT« offiziell den Start für das Ingenieurstudium in Gütersloh. »Die Fachhochschule Bielefeld will mit dem neuen Angebot etwas gegen den Ingenieurmangel tun. Außerdem wollen wir junge qualifizierte Fachkräfte in der Region halten.« kündigte Rennen-Allhoff an.

Viele kleinere, mittlere und große Unternehmen der Region haben ihre Kooperation bereits zugesagt. Bei der Pressekonferenz in Gütersloh waren die Unternehmen durch die Firmen Beckhoff, Miele und Venjakob vertreten.

Gerd Hoppe, Mitglied der Geschäftsleitung bei der Beckhoff Automation GmbH unterstützt das Vorhaben nachdrücklich: »Die Vorteile einer praxisnahen Ausbildung liegen für Firmen und Studierende auf der Hand. Junge Auszubildende können in das Unternehmen hineinwachsen und sich akademisch qualifizieren. Eine akademische Ausbildung, finanziert durch einen Ausbildungsvertrag, bietet eine hervorragende Kombination aus Studium und Praxis. Aber auch unserer Stammbelegschaft können wir eine Weiterbildung anbieten und damit in die Zukunft investieren. Eine solche akademische Ausbildung kostet nur etwa zwanzig Prozent mehr als eine gewerbliche Lehre, und die Absolventinnen und Absolventen sind als eingearbeitete Fachkräfte sofort produktiv. So können beide Seiten profitieren!«

Der Ausbildungsleiter von Miele, Thomas Meyer, hat gute Erfahrungen mit ähnlichen Modellen gemacht: »Die Kombination von Ausbildung und Studium hat sich bei Miele bereits seit mehreren Jahren bewährt. Wir sind froh, so ein Angebot für unsere Mitarbeiter nun auch direkt vor der Haustür zu haben.«

Auch Christian Nüßer, Geschäftsführer der Venjakob Maschinenbau GmbH & Co. KG steht dem Vorhaben positiv gegenüber: »Stellvertretend für viele kleinere Unternehmen wurden wir von Beginn an in die Entwicklung der Studiengänge einbezogen. Wir haben gemeinsam mit der Fachhochschule eine flexible Möglichkeit zur Personalentwicklung geschaffen, die auf den Standort zugeschnitten ist.«

Die Lehrveranstaltungen werden im Flöttmanngebäude in der Schulstraße in Gütersloh durchgeführt. Spezielle Labore können auch in Bielefeld genutzt werden.

Das Interesse an dem neuen Studienangebot ist groß: Den Unternehmen liegt bereits eine Vielzahl an Bewerbungen vor.

So finden Studierende und Unternehmen zueinander
Die Fachhochschule Bielefeld wird in den kommenden Monaten weiter für das praxisintegrierte Studium werben und unter anderem in Gymnasien und Gesamtschulen im Kreisgebiet über das neue Angebot informieren. Studieninteressierte können in einer gemeinsamen Informationsveranstaltung der Bundesagentur für Arbeit und der Fachhochschule Bielefeld am 23.11.2009 um 17.30 Uhr in der Agentur für Arbeit in Gütersloh Konzept und Inhalte des praxisintegrierten Studiums kennenlernen.

Interessierte Unternehmen können sich im eigenen Hause über die Vorteile des praxisintegrierten Studiums und die verschiedenen Möglichkeiten der Kooperation informieren lassen. Sie können mit dem Koordinator für die neuen Studiengänge, Marcus Miksch, individuelle Termine vereinbaren unter studium.guetersloh@fh-bielefeld.de .

Im Internet werden in den nächsten Wochen so genannte Unternehmensportale für die beiden Studiengänge aufgebaut. Dort haben die regionalen Technikunternehmen die Möglichkeit, sich als Kooperationspartner selbst zu präsentieren und Praxis- oder Ausbildungsplätze für das Studium anzubieten. Alle wichtigen Informationen für die Bewerbung bei einem Praxispartner sind so schnell verfügbar. Unternehmen, Studieninteressierte und Fachhochschule finden auf diesem Wege zueinander.

Weitere Informationen zu den geplanten Studiengängen finden Sie unter www.fh-bielefeld.de/guetersloh.

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