Bielefeld (fhb). Zum 1. Juni hat Meiken Rau (40) die neue, dritte Mode-Professur am Fachbereich Gestaltung der Fachhochschule Bielefeld übernommen: Modellgestaltung und Modedesign. Rau setzt vor allem auf die praktische Modellgestaltung und möchte mit den Studierenden die dreidimensionale Arbeit mit unterschiedlichen Materialien und Techniken an der Modepuppe erforschen. Ihr Ziel ist es, "dass Studierende sowohl auf deutscher als auch auf internationaler Ebene erfolgreich in der Modeindustrie arbeiten können".
Meiken Rau ist gebürtige Hamburgerin und hat ihre Mode-Laufbahn dort mit einer Ausbildung als Schnitt- und Fertigungsdirektrice an der AMD Akademie Mode & Design begonnen. Danach folgte ein Modedesign-Studium an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg, das sie mit einem Diplom abschloss. Während ihrer Studienzeit arbeitet sie bereits in freier Mitarbeit als Modedesignerin und Modellgestalterin für verschiedene Modefirmen in Hamburg und London. Dazu zählen unter anderem Marken wie "the girl and the gorilla", "Ines Schneider" oder "Anja Gockel" und "Preen".
In dieser Zeit konnte sie bereits eigene Modekollektionen in Deutschland, Japan, Italien und der Schweiz ausstellen und ihre Arbeiten wurden mit mehreren Preisen ausgezeichnet. So gewann sie 2001 den ersten Preis in der Kategorie "Schools" beim Modedesign-Wettbewerb Gwand in Luzern. 2002 entschied sie den Wettbewerb Onward Kashiyama in Tokyo mit dem "Prize for Workmanship" für sich. 2003 behauptete sie sich als Finalistin beim Wettbewerb "Its Two" im italienischen Trieste.
Nach dem Studium in Hamburg zog es Meiken Rau mit einem Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes zur künstlerischen und beruflichen Weiterbildung nach London. Dort studierte sie im Rahmen des Masterprogramms Modedesign am Central Saint Martins, College for Arts and Design. Es folgte eine zusätzliche Qualifikation mit dem "Innovative Pattern Cutting for Graduates and Professionals", ebenfalls am Central Saint Martins sowie im Fach "Participatory and Community Arts" am Goldsmith College.
Bis 2012 arbeitet Meiken Rau in London im Bereich Modedesign und Modellgestaltung für Londoner Modefirmen wie COS, Maria Francesca Pepe oder Jens Laugesen. Im Jahr 2010 kam der erste Lehrauftrag am Central Saint Martins für kreative Modellentwicklung und Gestaltung hinzu. Außerdem konzeptionierte und leitete sie eine Seminarreihe zum Thema "Freies Drapieren" für die Modefirma COS. "Meine Arbeit und Lehre ist durch die Berufserfahrung mit kleinen Labeln und großen, international agierenden Modefirmen geprägt. Ich kann aus einem profunden Wissen um die vielen unterschiedlichen kreativen Prozesse beim Gestalten schöpfen und kenne auf der anderen Seite die Arbeitsvorgänge in der Industrie, bei denen ein realisierbares Endprodukt entstehen muss", sagt Meiken Rau.
Ihre vielen praktischen Erfahrungen möchte sie jetzt an die Studierenden der FH Bielefeld weitergeben: "Ich möchte, dass die neue Professur den Fachbereich Gestaltung weiter als attraktiven Studienort für die Mode stärkt und den Studierenden eine inspirierende Erweiterung des Studienangebotes bietet."