28.11.2012

Neues Verfahren zur Herstellung von bahnförmigem Material

Zweitplatzierung für Hermann Penner und AMMO beim "Transferpreis OWL 2012".

Lemgo. Die Konkurrenz beim Wettbewerb um den mit 5.000 Euro dotierten "Transferpreis OWL" sei sehr groß gewesen, lautete das Urteil der Fachjury. Insgesamt hatten sich 31 Projekte beworben. Vier kamen in die Endausscheidung und durften sich am 21. November im Lichtforum von Zumtobel Light in Lemgo präsentieren. Mit dabei: der Forschungsschwerpunkt AMMO der Fachhochschule Bielefeld und der Diplomand Hermann Penner, der ein "Verfahren zur Herstellung von bahnförmigem Material" entwickelt hat und damit, gemeinsam mit zwei weiteren Projekten, den zweiten Platz belegte. Erstplatziert wurde das Projekt "RoboWrap", eine Koproduktion der düspohl Maschinenbau GmbH aus Schloß Holte-Stukenbrock mit den Universitäten Bielefeld und Paderborn.

Penner wurde bei seiner Diplomarbeit von Prof. Dr. Bernhard Bachmann und Prof. Dr. Rainer Ueckerdt betreut, beide forschen im AMMO-Projekt des Fachbereichs Ingenieurwissenschaften und Mathematik. Weitere Partner sind Dr. Dieter Becker, Stefan Rodewald und Christian Elsner von der Mitsubishi HiTec Paper Europe GmbH.

Das Kürzel AMMO steht für "Angewandte Mathematische Modellierung und Optimierung". Das hier entwickelte neue Verfahren wird als "Vorwarnsystem" eingesetzt, um die Weiterverarbeitung von Papierbahnen in nachgeschalteten Beschichtungsstufen zu optimieren. Das Verfahren sorge "für eine Optimierung der Qualitätskontrolle und Qualitätssicherung bei der Herstellung von bahnförmigem Material in der Spezialpapierherstellung", so die AMMO-Verantwortlichen. Es ermögliche eine "effiziente Prozessteuerung und Prozesskontrolle über objektive, nachvollziehbare Parameter und ersetze damit das Prinzip der Deutung von zahlreichen Messwerten durch die Produktionsverantwortlichen, was vorher nur visuell möglich und daher mit Fehlern und Risiken verbunden war", heißt es weiter. Mit minimalem Aufwand könne eine starke Qualitätsverbesserung des bahnförmigen Materials, gemeint ist Papier, garantiert werden. Gleichzeitig werde die Ausschussmenge des Materials minimiert und dementsprechend der Kostenfaktor für das Material von der Produktion bis hin zur Ausrüstung gesenkt.

Das Ergebnis von Penners Diplomarbeit führte zur Anmeldung eines gemeinsamen Patents zwischen der FH Bielefeld und Mitsubishi HiTec Paper Europe GmbH auf europäischer Ebene und in den USA.

Initiatoren und Stifter des "Transferpreises OWL" sind die Industrie- und Handelskammern sowie die Handwerkskammer in Ostwestfalen-Lippe, die Initiative für Beschäftigung OWL und die Stiftung Standortsicherung Kreis Lippe. Mit dem Preis wollen sie zur stärkeren Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft in OWL anregen, Existenzgründungen aus der Hochschule fördern und Nachwuchskräfte an die Region binden.