13.02.2012

„Packen wir’s an!“

Mit der Auszeichnung „audit familiengerechte hochschule“ hat sich die FH Bielefeld verpflichtet weitere familienfreundliche Strukturen zu entwickeln. Jetzt kam zum ersten Mal der hochschulinterne Begleitkreis zum Auditierungsprozess zusammen.

Bielefeld (fhb). Das Zertifikat für Familienfreundlichkeit erhielt die Fachhochschule (FH) Bielefeld Anfang Dezember 2011 mit dem "audit familiengerechte hochschule". An die Auszeichnung durch die berufundfamilie gGmbH sind Maßnahmen gekoppelt, die in einer Zielvereinbarung festgelegt wurden und innerhalb der kommenden drei Jahre umgesetzt werden sollen. Um den Verpflichtungen gerecht zu werden, kam nun zum ersten Mal der hochschulinterne Begleitkreis zum Auditierungsprozess zusammen. Seine Aufgabe ist es, die Umsetzung der Maßnahmen zu begleiten und zu kontrollieren.

Hildegard Schumacher-Grub, Gleichstellungsbeauftragte der FH Bielefeld, stellte mit einer zwei Meter langen Tabelle die Zeitplanung für die Umsetzungsprozesse in den nächsten drei Jahren vor. Demnach hat sich  die FH Bielefeld verpflichtet, in acht Handlungsfeldern weitere familienfreundliche Strukturen zu entwickeln. "Dazu sind Anstrengungen erforderlich, die wir nicht unterschätzen dürfen. Unser Ziel ist die Herstellung einer Balance zwischen den betrieblichen Interessen der Hochschule und den familiären Interessen der Beschäftigten und Studierenden. Also: Packen wir's an", sagt Hildegard Schumacher-Grub.

Ein wichtiger Punkt auf dem Plan ist die Entwicklung eines Teilzeitstudiums als Pilot, zunächst für den Studiengang "Soziale Arbeit". Dabei soll es sich um eine längere Variante des regulären Studiengangs mit familienbezogenen Zugangskriterien handeln. Studierende, die familiär stark einbezogen sind, haben so die Chance, in neun statt in sechs Semestern einen Hochschulabschluss zu erlangen. Auch die Angebote an Verbundstudiengängen sollen vor allem in den Fachbereichen Wirtschaft und Gesundheit sowie Ingenieurwissenschaften und Mathematik ausgebaut werden. Weitere Verbesserungen zur Vereinbarkeit  sollen eine Dienstvereinbarung zur gleitenden Arbeitszeit sowie Möglichkeiten für mobiles Arbeiten bringen.  Da die Doppelbelastung - Beruf und Familie - oft Probleme mit sich bringt, wird es alsbald ein psychosoziales Beratungsangebot an der FH Bielefeld geben. Bis spätestens 2014 muss sich das Präsidium zur Frage der Befristung positionieren. Betroffen sind vor allem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die durch den wissenschaftlichen Personalrat vertreten werden. 60 Prozent von ihnen haben befristete Stellen (Lehrbeauftragte nicht mitgezählt).

Diesen umfangreichen Maßnahmen in den verschiedenen Handlungsfeldern liegt laut Hildegard Schumacher-Grub ein erweiterter Familienbegriff zugrunde: Dieser umfasst alle Beziehungen, in denen insbesondere für Partner und Partnerinnen, für Kinder und Verwandte soziale Verantwortung (Betreuung, Erziehung, Pflege) übernommen wird.

Einige Maßnahmen konnte Hildegard Schumacher-Grub in ihrem Plan schon grün markieren, sie sind bereits umgesetzt. Unter anderem wurde die Kinderbetreuung während der Sommerferien auf sechs Wochen erweitert. Zum ersten Mal wird es dann auch eine Gruppe für Kinder unter drei Jahren geben. Auch die Broschüren "Studieren mit Kind an der FH Bielefeld" und "Ratgeber Hochschule und Familie" wurden aktualisiert beziehungsweise neu überarbeitet.

Die berufundfamilie gGmbH kontrolliert die Umsetzung der Zielvereinbarung. So ist die FH Bielefeld verpflichtet, jährlich über ihre Schritte hin zu noch mehr Familienfreundlichkeit  zu berichten.

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