Bielefeld (fhb). Die Studierenden der Fachhochschule Bielefeld haben das Essen in ihrer Mensa an der Kurt-Schumacher-Straße wieder einmal bewertet. Und es schmeckt ihnen immer noch gut. Sogar besser. In einer bundesweiten Umfrage des Campusmagazins "Unicum" landete die FH-Mensa, die zum Studentenwerk Bielefeld gehört, jetzt auf dem 3. Platz. Im vergangenen Jahr war "nur" Platz 4 drin. Die Urkunde aus 2010 vor der Essensausgabe sollte also schleunigst abgenommen werden!
"Unicum" hatte Studierende aus ganz Deutschland aufgerufen, in den Kategorien Service, Angebot und Geschmack Noten zu verteilen und so die "Mensa des Jahres" zu wählen. Den "Titel", wenn man so will, holte sich die Mensa der Uni Heidelberg, gefolgt vom Bistro K10 in Kassel. Rund 12 500 Studenten beteiligten sich nach Veranstalterangaben an dem bundesweiten Wettbewerb und stimmten online für ihre Lieblings-Mensa. Was darf vermutet werden: was spricht für die Bielefelder FH-Mensa?
Dass sie eine so genannte "Ausbildungsküche" ist, die ganz wesentlich von engagierten angehenden Köchen betrieben wird. Sechs an der Zahl, jeweils zwei aus den drei Ausbildungsjahren zum Koch, stehen Seite an Seite mit erfahrenen Köchen hinter den Töpfen und vor der studentischen Kundschaft, für die die großzügige Salatbar wohl einer der kulinarischen Anziehungspunkte ist. Köchin Olga Klassen: "Steaks und Putenbrust als Ergänzung zum vielfältigen Salatangebot, ausgedacht und selbst gemacht von den Azubis. Die haben Spaß an ihrer Arbeit."
Ansonsten: zwei Stammessen zu je 3 Euro und 55 Cent für Bedienstete oder 2 Euro 30 Cent für Studierende. Das eine Essen für Vegetarier, das andere für die, die auf Fleisch nicht verzichten wollen. Zum Hauptgericht gehören je drei Beilagen, freie Auswahl - auch das ein Pluspunkt. Aus dem anderswo normalen "Scholle mit Salzkartoffeln, Kopfsalat und Dessert" wird hier, nicht unüblich, "Scholle mit zweimal Pommes und Nudeln". Stimmt nicht? Doch, einfach mal reinschauen, werktags von halb zwölf bis vierzehn Uhr. Klassen: "Bratkartoffeln sind der Klassiker und die Pommes Frites sind natürlich beliebt wie immer."
Rund 800 Essen werden täglich an Studierende, Bedienstete und externe Gäste ausgegeben. An manchen Tagen sogar bis zu 1.000. Da will die Arbeit in der Großküche unter der Leitung von Küchen-Chef Stefan Gehring gut organisiert sein. Die Handgriffe müssen passen, und nicht zuletzt muss für perfekte Hygiene gesorgt werden. Alle zwei Monate schaut - unangemeldet - das Gesundheitsamt vorbei und macht Stichproben. Gut so, und auch gut, dass nichts gefunden wird.
Aktuelle Neuerungen auf der Speisekarte mögen dem positiven Gesamtbild der Mensa-Küche weiteres Profil gegeben haben: für Veganer, die bekanntlich gänzlich auf tierische Produkte verzichten, gibt es Spezielles im Angebot, und "laktosefrei" steht immer häufiger auf den großen Schiefertafeln mit Kreide geschrieben. Konkret heißt das: "Tomatensuppe ohne die sonst übliche Sahne, aber jetzt mit einem Soja-Sahne-Ersatz", so Köchin Klassen. Was auch gut geht: saisonale Produkte. Meint vor allem Spargel, Erdbeeren und Grünkohl. Da greifen die jungen Leute zu, lecker.
Was vielleicht zu guter Letzt auch noch für die FH-Mensa spricht, ist deren "Überschaubarkeit". Inklusive Cafeteria verteilt über zwei Etagen, funktionales Gestühl, nüchterne Architektur. Nicht zu groß, rechteckig, praktisch und gut zum kurzen Verweilen, Unterhalten und eben: Essen. Platz 3, bundesweit. "Unicum" hat's ermittelt.