Bielefeld (fhb). Das Projekt nexus ist an den Start gegangen. Auf Initiative der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) ist jetzt ein neues Magazin "Die engagierten Hochschulen - Forschungsstark, praxisnah und gesellschaftlich aktiv" erschienen. In abwechslungsreichen Berichten, Reportagen und anschaulichen Beispielen zeigt nexus, wie deutsche Hochschulen die unterschiedlichen Profile der Bachelor- und Master-Studienprogramme umsetzen. In der ersten Ausgab mit dabei: Die FH Bielefeld mit ihren vier praxisintegrierten Studiengängen.
Das Ziel des Magazins ist es, die Hochschulen bei der Weiterentwicklung der Studienprogramme und den Ausbau der Studienqualität zu unterstützen. Deshalb hat die HRK mit Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung das Projekt "nexus - Konzepte und gute Praxis für Studium und Lehre" gestartet. In diesem Magazin spüren wir dem Engagement der Hochschulen nach, das sie den Studierenden zu Gute kommen lassen", schreibt HRK-Präsident Prof. Dr. Horst Hippler im Magazin. Beispiele aus der Praxis werden gesammelt, aufbereitet und der Öffentlichkeit vorgestellt.
Im Gegensatz zur Forschung kommt es für nexus im Studium und der Lehre weniger auf einzelne Leuchtturmprojekte an. "Es geht vielmehr um Beispiele mit Vorbildfunktion, die je nach lokalen Gegebenheiten sehr unterschiedlich ausfallen und somit nur beschränkt verallgemeinert werden können. Nexus will individuelle Lösungen präsentieren, die neue Perspektiven eröffnen", heißt auf der offiziellen Internetseite. Andere Hochschulen können diese Beispiele aufnehmen und sich trotz jeweils sehr unterschiedlicher Rahmenbedingungen davon bei ihrer eigenen Reformarbeit inspirieren lassen.
So passt auch das praxisintegrierte Studium der FH Bielefeld in die erste Ausgabe hinein. Nexus berichtet, wie eng sich die Hochschule mit den örtlichen Unternehmen für dieses spezielle Studienangebot zusammengeschlossen hat und es deshalb sehr auf die Region zugeschnitten ist. "Es war uns wichtig, ein flexibles Modell zu schaffen, das großen wie auch kleinen Unternehmen eine bedarfsorientierte praktische Ingenieurausbildung ermöglicht", so Marcus Miksch, der an der FH Bielefeld die Koordinierungsstelle für die praxisintegrierten Studiengänge leitet. Während des Semesters lernen die Studierenden an der Hochschule, entweder auf dem Campus Minden oder am Studienort Gütersloh und wenden ihr Wissen anschließend beim Einsatz in ihrem Unternehmen an. Studiert wird also im Wechsel. Vier praxisintegrierte Studiengängen bietet die FH Bielefeld an: Wirtschaftsingenieurwesen, Mechatronik/Automatisierung, Elektrotechnik und Maschinenbau. Mit Erfolg, denn 524 Studierende sind eingeschrieben, die aus mehr als 200 Unternehmen zur Fachhochschule geschickt werden. "Für die Region Ostwestfalen-Lippe ist das praxisintegrierte Studium zu einem wichtigen Standortfaktor geworden. Etliche Weltmarktführer haben ihren Sitz in der Umgebung. …Durch das Studium vor Ort, können Sie den akademischen Nachwuchs früh von den Stärken der Region überzeugen", heißt es im Bericht über die FH Bielefeld.
Direkt in der ersten Ausgabe von nexus als gutes Beispiel für praxisnahe Lehre genannt zu werden, ist eine Auszeichnung für die FH Bielefeld. "Die Broschüre zeigt, welche Gestaltungsmöglichkeiten sich auch im Bachelorstudium auftun - wenn wir es nicht überfrachten", sagte HRK-Vizepräsident Prof. Dr. Holger Burckhart, der das Heft Ende Mai in Köln vorstellte. Die Beispiele zeigten, so Burckhart, dass die Hochschulen bereits in dieser ersten Phase der akademischen Ausbildung mit originellen Maßnahmen gegen die häufig kritisierte Verschulung vorgingen. Burckhart mahnte daher an, den Hochschulen bei der Gestaltung der Studiengänge mehr Freiheit zu geben: "Die Verantwortung für die Lehre sollte bei den Hochschulen liegen und formale Vorgaben sollten gelockert werden."
Die Publikation kann hier als PDF heruntergeladen oder als Printexemplar bei nexus bestellt werden. www.hrk-nexus.de