Bielefeld (fhb). Einen der zweiten Plätze des Grafikwettbewerbs "Planetary Urbanism - Kritik der Gegenwart im Medium des Information Design" sicherten sich vier Studierende des Studienschwerpunkts Grafik und Kommunikationsdesign der Fachhochschule (FH) Bielefeld mit ihrer Arbeit über "Gated communities". Dies sind Gebäude- oder Wohnkomplexe, die durch Mauern, Schranken oder Wachdienste gegenüber der Außenwelt abgeschottet sind. Bei dem Wettbewerb der Zeitschrift Arch+ in Kooperation mit dem Auswärtigen Amt und dem wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung sollten Themen über die Verstädterung der Erde mit den einhergehenden Problemen im Information Design dargestellt werden. Hierbei handelt es sich um die Visualisierung von Informationen, also die Aufarbeitung und Präsentation von Daten durch Grafiken und Schaubilder. Teilgenommen haben 125 Einsendungen von Projektgruppen aus 31 Ländern.
Die Arbeit entstand im Seminar "Globale Prozesse der Verstädterung und ihre Visualisierung" von Professorin Dr. Kirsten Wagner und der Lehrbeauftragten Lisa Charlotte Rost am Fachbereich Gestaltung. Zunächst standen Madeline Rasche, Nina Schengber, Monika Paul und Sven Henric Olde vor dem großen Problem der Datenrecherche: "Zu den gated communities gibt es keine genauen Zahlen", erklärt Rasche. Die Anzahl der Wohnsiedlungen gerade in Westeuropa habe sie überrascht, sie seien aber immer noch gering im Vergleich zu Amerika und Südafrika, berichtet Monika Paul. Neben einer allgemeinen Übersicht über die Anzahl von gated communities, hat die Gruppe auf ihren Postern zwei Siedlungen ausführlich vorgestellt: Den Komplex "Celebration" der Disney Company im Florida, USA, und den Komplex "Century City" im südafrikanischen Kapstadt. Zur Darstellung der Siedlungen haben die Bachelor- und Masterstudierenden diese als Modelle gebaut und dann fotografiert. Die Materialen der Modelle sollten dabei den Eindruck, den die Siedlungen vermitteln, widerspiegeln. Deshalb bauten die Studierenden die Disney-Siedlung aus rosa und roten Süßigkeiten: "Die Werbevideos spiegelten eine heile, zuckersüße Welt vor, in der alle lächeln und alle glücklich sind", erklärt Rasche. Das südafrikanische "Century City" erstellten die vier Studierenden dagegen aus Beton, Platinen und Nägeln. "Die kantigen und harten Formeln sollen das Gefühl der Abwehr vermitteln", erklärt Schengber. Außerdem haben die vier angehenden Grafikdesigner die Kriminalität, die Mieten oder die Arbeitslosenquote der Siedlungen herausgestellt. Doch in so einer Siedlung leben möchte keiner der vier Preisträger: "Gerade der Vergleich der Kriminalität hat uns gezeigt, dass die Siedlungen nicht sicherer sind als außen. Nur weil man eingeschlossen ist, heißt es ja nicht, dass sich alle an die Regeln halten", findet Nina Schengber.