Bielefeld (fhb). Schreibarbeiten sind nicht jedermanns Sache! Wenn es dabei um notenrelevante Aufsätze geht, wird das Selbstverfasste schnell zu einem sensiblen Thema. An allen Hochschulen sind Studierende immer wieder vor die Aufgabe gestellt, mehrseitige Hausarbeiten und umfangreiche Abschlussarbeiten zu produzieren. Wissenschaftlich korrekt und verständlich lesbar sollen die Arbeiten dabei sein. Ein Problem, vor dem einige Studierende kapitulieren.
"Jeder Text kann sich verbessern", erklärt Caterina Rohde, die seit Anfang September den Studierenden das richtige Vorgehen beim korrekten wissenschaftlichen Schreiben näherbringt. Am Fachbereich Sozialwesen der Fachhochschule Bielefeld ist sie im Rahmen des Bund-Länder-Programms für bessere Studienbedingungen und mehr Qualität in der Lehre für das Teilprojekt "Informations- und Schreibkompetenz" zuständig. An allen Fachbereichen der FH sind insgesamt sieben Arbeitsplätze geschaffen worden, die mit speziell geschulten wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern besetzt werden. Wie Caterina Rohde bieten sie individuelle Beratung und Workshops an, um die Schreibleistungen der Studierenden zu verbessern. Diese Leistungen hätten in den vergangenen Jahren nachgelassen.
Die Probleme, mit denen die Studierenden beim Verfassen ihrer Arbeiten konfrontiert sind, fallen unterschiedlich aus. Zum einen muss Caterina Rohde allgemeine Grundlagen vermitteln, wie wissenschaftliches Schreiben funktioniert oder was die richtigen Recherchetechniken sind, ohne auf Google zurückzugreifen. Komplexere Fragestellungen beschäftigen sich damit, wie man ein wissenschaftliches Thema findet, die richtige wissenschaftliche Sprache verwendet, ohne ständig ins Umgangssprachliche zurückzufallen. Was genau darf und muss wie zitiert werden? "Es herrscht mittlerweile eine große Angst bei den Studierenden, ein Plagiat zu erzeugen", erklärt Caterina Rohde.
Auch das Zeitmanagement vieler Studierender sei noch ausbaufähig. "Erhebungen die etwa für eine Bachelorarbeit geplant sind, können in der Kürze der Zeit gar nicht realisiert werden, und Themen werden viel zu weit gefasst. Die Studierenden überschätzen oft das Machbare", sagt Caterina Rohde.
Deshalb empfiehlt sie eigentlich allen Studierenden, die sich beim Schreiben unsicher fühlen, die Hilfe der Experten in den Fachbereichen in Anspruch zu nehmen. "Die Studierenden sind es oft nicht gewohnt, ein Feedback zu ihren Arbeiten zu bekommen, und viel zu selten lassen sie ihr Geschriebenes vor der Abgabe von jemand anderem durchlesen", schildert Rohde das Hauptproblem der Hausarbeiten. Dabei sei die Überarbeitung ein wichtiger Lernprozess bei diesem sensiblen Thema. Im vertraulichen Beratungsgespräch erarbeitet sie mit den Studierenden die Schwierigkeiten mit dem eigenen Schreibprojekt und gibt ihnen Lösungen an die Hand. Sie plant mit den Studierenden die nächsten Arbeitsschritte und erörtert sinnvolle Möglichkeiten zur Verbesserung der Schreibkompetenzen.
Denn eins ist sicher: Auch in Zukunft wird jede Studentin und jeder Student seine Arbeiten selber schreiben müssen. Bei Problemen können sie aber immer auf professionelle Unterstützung setzen.
Wissenschaftliche Mitarbeiter zur Verbesserung der Schreibkompetenz in den Fachbereichen:
Campus Minden: Frank Werner, Tel +49.571.8385-211,
frank.werner@fh-bielefeld.de
FB Gestaltung: Pierre Smolarski, Tel +49.521.106-7689, pierre.smolarski@fh-bielefeld.de
FB Igenieurwissenschaften und Mathematik: Jan Weisberg, jan.weisberg@fh-bielefeld.de
FB Sozialwesen: Caterina Rohde, Tel +49.0521.106-7859, caterina.rohde@fh-bielefeld.de
FB Wirtschaft und Gesundheit: noch nicht besetzt