Roboter übernehmen Aufgaben für Senioren im Alltag
15 Teams lösen knifflige Aufgaben beim zdi-Roboterwettbewerb an der Fachhochschule Bielefeld.
Bielefeld (fhb). Gewichte heben, Stühle reparieren, Kegeln oder den Garten bepflanzen, diese Aufgaben haben kleine LEGO-Roboter an der Fachhochschule Bielefeld übernommen. Zum zweiten Mal hat am Donnerstag die Regionalausscheidung des zdi-Roboterwettbewerbs in der Kategorie "Robot-Games" am Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik stattgefunden. Fünfzehn Teams mit über 150 Schülerinnen und Schülern aus ganz OWL sind ins Audimax gekommen, um ihre selbstgebauten Roboter in einem schwierigen Parcours verschiedene Aufgaben lösen zu lassen. Das Thema: "Wie können Senioren im Alltag besser unterstützt werden?". Dabei hieß es Finger weg, denn ausschließlich programmierte Bewegungsabläufe waren erlaubt. Das Schülerteam "tux" vom Gymnasium der Stadt Rahden hat mit 672 Punkten den Regionalwettbewerb für sich entschieden und darf seinen Roboter erneut beim zdi-Finale in Mülheim an der Ruhr am 13. Juli 2013 ins Rennen schicken.
In zweieinhalb Minuten mussten die Roboter so viele seniorengerechte Aufgaben selbstständig erledigen wie möglich. So musste der Roboter etwa einen Hebel betätigen, um einen Herd auszuschalten oder mittels Farbsensor eine spezielle Medizinflasche auswählen, greifen und transportieren. Wer eingreifen musste, wurde mit Punktabzug bestraft. "Der Parcours ist wirklich schwierig, die Höchstpunktzahl von 673 Punkten ist eigentlich nicht zu erreichen. Deshalb ist das Ergebnis der 'tux' auch eine Wanhsinns-Leistung.", sagt Kerstin Helmerding vom zdi-Zentrum aus Düsseldorf. Meistens würden die Teams bis zu 250 Punkte machen.
Seit Anfang des Jahres hatten die Schülerteams Zeit, ihre Roboter zu bauen. Das Grundgerüst bilden dabei programmierbare Robotermodule, die mit Rädern und Aufbauten ergänzt werden. Welche Aufgaben des Spielfelds dann gemacht werden, dürfen die Teams selbst entscheiden.
"Wir haben schon gesehen, dass viele Teams Sensoren an ihren Robotern haben, die haben wir nicht. Wir hoffen, dass wir uns nicht blamieren", sagt Dennis Müller vom Team "Autobots" des Berufskolleg Lübbecke. In drei Durchgängen stellten die Teams ihre Programmierfähigkeiten unter Beweis, nur der beste wurde bewertet. Den Sieg konnte dann das Team "tux" nach Hause bringen. Auf dem zweiten Platz landete das Berufskolleg Lübbecke - also kleine Blamage - und auf dem dritten Platz die Hauptschule der Stadt Bünde, mit dem Team "Our Robot System".
Der Wettbewerb ist der größte LEGO Roboterwettbewerb in Europa. Bereits seit 2006 treten die Schülergruppen mit ihren Robotern jedes Jahr gegeneinander an. Insgesamt gehen in diesem Jahr 170 Teams mit über 1.000 Schülerinnen und Schüler zwischen 10 bis 19 Jahren an den Start. Die Gewinner des Regionalwettbewerbs haben dann die Möglichkeit, bei nationalen und internationalen Wettbewerben der "First Lego League" teilzunehmen.
Das zdi ist eine Gemeinschaftsoffensive für den naturwissenschaftlich-technischen Nachwuchs (MINT) in NRW. Mit den rund 2000 Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Schule, Politik und gesellschaftlichen Gruppen veranstaltet das zdi regelmäßig unterschiedliche Aktivitäten. Lernwerkstätten und andere außerschulische Lernorte an Forschungseinrichtungen und Unternehmen sollen mehr jungen Menschen für ein MINT-Studium oder eine MINT-Ausbildung begeistern und so langfristig den Nachwuchs in den MINT-Fächern sichern.